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Zwischen Ästhetik und Schrecken

Die Pose ist dem Betrachter aus ungezählten Modemagazinen vertraut: Ein Model, spärlich bekleidet, hockt auf dem Boden. Doch dann kommt der Schock: Kann man wirklich so dünn sein? Und wieso trägt das Model ein Bustier aus Verbandsstoff?

14.02.2008

Mit ihren Fotos magerer Modelle sorgt Ivonne Thein (Foto) zurzeit für Aufsehen. Die 28-Jährige, die im 9. Semester Fotodesign studiert, gewann mit ihrer Serie "32 Kilo" schon zwei Wettbewerbe; ab 15. März ist sie mit einer Einzelausstellung in der Berliner Galerie C/O vertreten.

Tatsächlich sind die Frauen, die sie in leeren Räumen mit fleckigem Betonfußboden fotografierte, weder Models noch extrem dünn: Ivonne Thein bearbeitete sie am Computer. "Zuerst wollte ich tatsächlich Magersüchtige als Modelle, doch dann hätte die Krankheit oder das Mitleid zu stark im Vordergrund gestanden. Mir geht es um das Körperbild in der Modefotografie", sagt die FH-Studentin. Also setzte sie vier Frauen aus dem Bekanntenkreis in Szene - die sich nachher auf den Bildern kaum wiedererkannten. Ivonne Theins Serie ist eine Gratwanderung zwischen Ästhetik und Schrecken, und sie löst unterschiedliche, aber meist extreme Reaktionen aus: Ablehnung, Entsetzen, Unglaube. Auf das Thema aufmerksam wurde die Fotografin durch einen Bericht über die Initiative "Pro Ana", in der sich Magersüchtige gegenseitig in ihren Idealen bestätigen.

Nach der Berliner Ausstellung werden Ivonne Theins Bilder im Goethe-Institut in New York gezeigt, außerdem berichtete bereits das WDR-Kulturmagazin west.art über die 28-Jährige. Ivonne Thein nimmt den Rummel gelassen. Sie freut sich vor allem über die Aufmerksamkeit, die dadurch dem Thema zuteil wird. pin www.ivonne-thein.de

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