Dortmunder feierten "Bal à Paris"

DORTMUND Was den Wienern ihre Walzer und Polkas von der schönen blauen Donau sind, war den Dortmundern ihr "Bal à Paris" - das Neujahrsereignis im Konzerthaus Dortmund.

von Von Julia Gaß

, 02.01.2008, 16:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schwung und Rhythmus

Schwung und Rhythmus

Zum zweiten Mal führten Minkowskis "Musiciens du Louvre-Grenoble" auf historischen Instrumenten ins neue Jahr - diesmal mit einem stimmigen Programm mit Werken aus dem Paris des 19. Jahrhunderts. Mit Bizets "L'Arlesienne" hat man Minkowski mit dem Mahler Chamber Orchestra schon 2003 im Dortmunder Konzerthaus gehört. Kernig im Ton und mit vielen Wechseln zwischen ausgelassenem Schwung und ganz leiser Musik, deren Klang Marc Minkowski  mit sensiblem Dirigat fast verschwinden ließ. Die Vorliebe, rhythmischer Finesse statt musikalische Knalligkeit herauszustellen, hatten Minkowski und Prêtre gemeinsam. Am Taktstock unterschieden sich die französischen Pultstars: Während Prêtre oft nur mit den Fingerspitzen dirigierte, führte Minkowski das von ihm gegründete Orchester mit einem besenstieldicken, schwarzen Taktstock, der an einen Zauberstab erinnerte. Und viel Magisches ging von dem 45-Jährigen auch in Offenbachs "Papillon" aus.

Temperamentvolles "Prosit"

Wiener Walzer wie Strauß' "Fledermaus"-Ouvertüre können die Wiener besser, den "Can Can" aus "Orpheus in der Unterwelt", dem Pariser Pendant zum Radetzky-Marsch, dirigierte Minkowski schmissiger. - Ein temperamentvolles Prosit auf ein Jahr, das mit Weltstars die Weichen für die Musikstadt Dortmund im Kulturhauptstadt-Jahr stellen soll, so Konzerthaus-Intendant Benedikt Stampa in seiner Neujahrsansprache.