Dosenpfand wird auch in den Niederlanden eingeführt

Dosenpfand Niederlande

Gewohntes Bild auf den Parkplätzen niederländischer Supermärkte in der Grenzregion: Palettenweise packen Deutsche Getränkedosen in ihre Autos. Weil die Dosen ohne Pfand sind. Wie lange noch?

Enschede

, 04.02.2021, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Getränkedosen sind - noch - in den benachbarten Niederlanden ohne Pfand zu kaufen. Das soll sich ändern, aber erst Ende 2022.

Getränkedosen sind – noch – in den benachbarten Niederlanden ohne Pfand zu kaufen. Das soll sich ändern, aber erst Ende 2022. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Palettenweise Dosen kaufen in den Niederlanden und mit vollem Kofferraum zurück? Diese Zeiten ändern sich bald“, heißt es in einer Mitteilung des Stadtmarketings von Enschede. Unter anderem auf Facebook postete Sonja Bruns, die für den deutschsprachigen Auftritt der Stadt Enschede in den sozialen Medien zuständig ist, diese Neuheit. Sie verrät auch, wann diese Art von Einkäufen ein Ende haben wird.

Getränkedosen-Liebhaber haben noch ein bisschen Zeit

„Ab 31. Dezember 2022 wird auch in den Niederlanden Dosenpfand eingeführt“, heißt es in dem Post. Noch können also die Deutschen für knapp zwei Jahre die Dosen ohne Pfand kaufen. Gerade im Sommer oder vor allem auch in den Wochen vor dem 1. Mai, an dem die Münsterländer traditionell ihre Ausflüge zu Fuß oder per Fahrrad machen, machen die niederländischen Supermärkte in der Grenzregion viel Umsatz mit den pfandfreien Getränkedosen.

Aktuell ist es so, dass Pfand in den Niederlanden erst bei großen Flaschen ab einer Füllmenge von einem Liter genommen wird – dann ist auch das Pfand-Logo darauf abgebildet. Das ändert sich aber auch schon bald: Am 1. Juli 2021 wird in den Niederlanden ein Pfand auf kleine Plastikflaschen eingeführt. Staatssekretärin Stientje van Veldhoven hat dies mit der Industrie vereinbart.

Pfand gilt bald auch für kleine Kunststoffflaschen

Pro Flasche, die weniger als einen Liter fasst, werden dann 15 Cent Pfand erhoben, für Flaschen mit mehr als einem Liter Inhalt bleibt es bei 25 Cent. Die Flaschen können beispielsweise in Supermärkten, Bahnhöfen, Straßentankstellen und bei Caterern abgegeben werden, wie die unabhängige Plattform AHA24x7.com mitteilt.

Nach Angaben der Plattform ende mit dieser Entscheidung eine 20 Jahre währende Diskussion über das Pfand auf Plastikflaschen. Jedes Jahr gingen in den Niederlanden etwa 900 Millionen kleine Plastikflaschen über den Ladentisch, von denen etwa 100 Millionen achtlos weggeworfen wurden.

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Geplant ist, dass bei insgesamt rund 12.000 Verkaufsstellen die Flaschen zurückgegeben werden können. Unter anderem in Supermärkten, die größer als 200 Quadratmeter sind, an Bahnhöfen und an großen Tankstellen.

Pfandrückgabesysteme müssen noch eingerichtet werden

Restaurants und Kleinbetriebe sind allerdings von der Verpflichtung zur Rücknahme von Kleinflaschen ausgenommen. Die Hersteller der Getränkeflaschen sind für das neue Pfandsystem verantwortlich und tragen die Kosten.

Es wird eine Durchführungsorganisation eingerichtet, die allen Sammelstellen bei der Einführung des Pfandsystems helfen soll. So müssen zum Beispiel Pfandautomaten aufgestellt werden, wie sie in Deutschland schon lange bekannt sind, mit Vorrichtungen, die die Flaschen flachdrücken. Auch Transport- und Sortieranlagen müssen in den Niederlanden noch eingerichtet werden.

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