Drogenhandel und Geldwäsche: Mafia-Mammut-Prozess durch Coronavirus unterbrochen

Gericht

Es geht um Drogenhandel im großen Stil: Der Mafia-Mammutprozess in Düsseldorf war kaum eröffnet, da wurde er bereits unterbrochen. Es kam nicht einmal zur Verlesung der Anklage.

Düsseldorf

12.10.2020, 05:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ab Montag müssen sich in Düsseldorf 14 Männer verantworten. 5 von ihnen sind der Staatsanwaltschaft Duisburg zufolge Mitglieder der mächtigsten Mafiaorganisation weltweit .

Ab Montag müssen sich in Düsseldorf 14 Männer verantworten. 5 von ihnen sind der Staatsanwaltschaft Duisburg zufolge Mitglieder der mächtigsten Mafiaorganisation weltweit . © picture alliance/dpa

Der Auftakt des großen Mafia-Prozesses im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf mit 14 Angeklagten ist wegen der Corona-Quarantäne eines der Beschuldigten unterbrochen worden. Er soll erst am Freitag fortgesetzt werden. Das beschloss die Kammer am Montag.

Zur Anklageverlesung kam es nicht. Der Prozess solle mit allen Verfahrensbeteiligten stattfinden, so die Kammer. Die Mutter des betroffenen Angeklagten sei erkrankt und positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Kammer sei vom Anwalt des Beschuldigten in der Nacht zum Montag unterrichtet worden, dass dieser am Samstag seine Mutter besucht habe, als noch nicht klar gewesen sei, dass sie infiziert ist.

Fünf von der Angeklagten im Alter von 31 bis 56 Jahren sollen Mafiosi sein. Laut Angaben des Gerichts geht es um Handel mit rund 680 Kilo Kokain. (34 KLs 3/20).

Anklagen scheinen keine Ende zu nehmen

Die Angeklagten, die größtenteils aus NRW kommen, müssen sich in unterschiedlicher Zusammensetzung außerdem wegen der Bildung und Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Betrug, Steuerhinterziehung und Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten.

Das Gericht hat für den Mammutprozess bislang 90 Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess war vom Duisburger Landgericht aus Sicherheitsgründen nach Düsseldorf verlegt worden.

lnw

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