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Ein Jeck für alle Fälle

WERNE Wenn die Fußballer Winterpause haben, hat er den Karneval. Thomas "Stan" Overmann kämpft an allen Fronten. Bis Aschermittwoch. Nun heißt's wieder Alltag - und die Vorfreude aufs Revierderby wächst.

von Von Dominik Möller

, 06.02.2008
Ein Jeck für alle Fälle

Katerstimmung? Ein wenig. Karneval ist vorbei – die Winterpause auch. Thomas „Stan“ Overmann tauscht die Narrenkappe wieder gegen ein Fußballtrikot ein.

Der vergangene Sonntag, Karnevalssonntag, ein Tag, an dem Stans königsblaues Herz geblutet hat. Zum ersten Mal in der laufenden Saison blieb er der Arena Auf Schalke fern. Die Narrenfreiheit, zum Spiel gegen den VfB Stuttgart zu fahren, hat er sich nicht nehmen können. Keine Chance. „Es kommt schon bisschen blöd, wenn du in der heißen Phase sagst: Sorry, ich muss zum Fußball“, sagt der 49-Jährige.

Stattdessen war er beim Kinderkarneval - nach dem Rechten sehen und so. Musste sein. Und hat er gern gemacht - auch wenn er nur moralische Unterstützung war. Bis einschließlich Rosenmontag war er voll im jecken Einsatz. Bei einem Großteil der Auftritte des Prinzenpaares war er dabei - nur bei der Verbrennung des Bacchus fehlte jede Spur vom eingefleischten Schalke-Fan. Sein Fehlen: entschuldigt.

Katerstimmung im Gesicht

Ab Aschermittwoch steht ihm die Katerstimmung ins Gesicht geschrieben. Mehr oder weniger. "So langsam kommt alles wieder. Sogar die Stimme", sagt Overmann. Und grinst. Die gute Laune hat er nicht verloren. Wie auch, als Jeck für alle Fälle? Dass der Alltag aber wieder zugeschlagen hat, zeigt die Tatsache, dass bei Stan das Derbyfieber eingesetzt hat. Am Sonntag spielen seine Schalker im Signal-Iduna-Park gegen Borussia Dortmund.

12. Mai steckt noch in den Knochen

"Der 12. Mai steckt mir immer noch in den Knochen", gesteht Overmann. Seit er 1958 das Licht der Welt erblickte, wartet er auf den Meistertitel. Er gibt die Hoffnung nicht auf - das Warten auf den Titel für seine Knappen geht weiter. In seiner Stimme strotzt Zuversicht. Er glaubt dran. "Im Fußball ist doch alles möglich", sagt er. Und meint es auch so.

Allerdings wird er das Ruhrpott-Derby nur vom Sofa aus verfolgen. Nicht, dass er keine Karten mehr hätte kriegen können, im Gegenteil. Aber: "Wenn ich nicht dabei bin, gewinnen wir", so Overmann, der abergläubige Kicker-Karnevalist.

Im Karneval spielt Köln Champions League

Ein Highlight der knappen Session - es war die kürzeste fünfte Jahreszeit seit 152 Jahren - war der Ausflug nach Köln. An das "Alaaf" habe man sich als "Helau"-schreiender Werner schnell gewöhnt. Overmann macht's sportlich: "Was Karneval angeht, ist Köln Champions League." Über den Fußball in der Domstadt spricht er nicht. Schlechte DFB-Pokal-Erinnerungen.

"Wenn's im Fußball ruhiger wird, hab ich den Karneval", sagt Overmann. Den Weihnachtsbaum hat er gegen die Narrenkappe getauscht - die Winterpause ist vorbei. Jetzt holt er das Trikot wieder raus.

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