Ein Jubiläum für Klangexperimente

Wittener Tage für neue Kammermusik

Alljährlich im April oder Mai hat das Ruhrgebiet sein Mekka der zeitgenössischen Musik: die „Wittener Tage für neue Kammermusik“. Zum Jubiläum, der 50. Ausgabe des Festivals am Wochenende, gab es 21 Uraufführungen.

Witten

, 30.04.2018 / Lesedauer: 2 min
Ein Jubiläum für Klangexperimente

Das Klavier-Duo Grau-Schumacher spielten in Witten auch an E-Pianos. Foto: Scholz

Mit Porträt-Konzert und zwei neuen Werken wurde der deutsch-französische Komponist Mark Andre besonders gewürdigt. Jörg Widmann hob dabei im Märkischen Museum Andres halbstündiges Klarinettensolo „...selig sind...“ aus der Taufe, ein faszinierendes Stück, in dem durch technisches Equipment (SWR Experimentalstudio) gleich mehrere Räume zum Klingen gebracht wurden.

Auch Widmann selbst wandelte umher, wobei er mit geblasenen Tönen und Trillern, Luft-, Atem- und Klappengeräuschen eine zarte Musik im Prozess des Entschwindens zauberte.

Uraufführungen im Saalbau hatten sehr unterschiedliche Qualität

Den Bezug zum Titel stellten geflüsterte Einspielungen von Abschnitten aus den biblischen Seligpreisungen her.

Uraufführungen sehr unterschiedlicher Qualität waren am Samstagnachmittag im Saalbau zu hören. Andreas Grau und Götz Schumacher glänzten in Johannes Maria Stauds virtuosem „Im Lichte II“ für zwei Klaviere, mussten sich aber auch an E-Pianos mit dem undankbaren „Sandwriting“ von Vykintas Baltakas herumschlagen.

Famoses Frauentrio

Highlights setzten die Damen des Trio Catch. In „surge“ von Katharina Rosenberger übertrugen sie in perfektem Zusammenspiel Techniken elektronischer Musik auf Bassklarinette, Cello und präpariertes Klavier. Humorig-witzig präsentierten sie „obsessive compulsive music“ von Ricardo Eizirik. Ein Beweis, dass auch neue Musik Spaß machen kann.

Mehr anregende Klänge bringen die „Wittener Tage“ 2019. Der Termin steht bereits fest: 10. bis 12. Mai.