Ein Ostwestfale löst Johannes Röring im Amt als westfälischer Bauernpräsident ab

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Der Ostwestfale Hubertus Beringmeier ist neuer Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV). Er übernimmt das Amt von Johannes Röring aus Vreden.

von Hans-Georg Knapp

Münster

, 18.02.2020, 14:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie der Verband berichtet, setzte sich der 58-Jährige im Landesverbandsausschuss, der am Montag auf Gut Havichhorst bei Münster tagte, im zweiten Wahlgang durch – mit 57:48 Stimmen gegen Münsters Kreisverbandsvorsitzende Susanne Schulze Bockeloh.

Johannes Röring stellte sein Amt vorzeitig zur Verfügung

Beringmeier folgt auf den Vredener Johannes Röring, der sein Amt vorzeitig zur Verfügung gestellt hat (wir berichteten). Nach knapp achtjährigem Engagement als westfälischer Bauernpräsident wolle sich Röring nun ganz auf seine Arbeit im Bundestag konzentrieren, schreibt der WLV.

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Nach dessen Darstellung wurde der zweite Wahlgang erforderlich, weil im ersten Durchgang keiner der Kandidaten die erforderliche einfache Mehrheit der Delegiertenstimmen auf sich vereinigen konnte. Neben Beringmeier und Schulze Bockeloh hatte auch Joachim Pehle aus Erwitte (Kreis Soest) für das bäuerliche Spitzenamt in Westfalen-Lippe kandidiert. So mündete der Dreikampf in eine spannende Kampfabstimmung.

Ackerbauer in Hövelhof-Espeln

Beringmeier ist Schweinehalter und Ackerbauer in Hövelhof-Espeln (Kreis Paderborn). Er sei der erste WLV-Präsident aus Ostwestfalen und der insgesamt sechste in der 73-jährigen Geschichte des WLV, heißt es aus Münster. Er stehe damit in der Nachfolge von Fritz Hollmann (1947-1955), Antonius Freiherr von Oer (1955-68), Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwyck (1968-97), Franz-Josef Möllers (1997-2012) und Johannes Röring (2012-2020).

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Gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern, den WLV-Vizepräsidenten Wilhelm Brüggemeier, Milchviehhalter aus Herford, und Henner Braach, ebenfalls Milchviehhalter und WLV-Kreisverbandsvorsitzender aus Siegen-Wittgenstein, bildet Beringmeier nun die Führungsspitze des WLV. Der vertritt die Interessen der Bauern in Westfalen-Lippe und hat nach eigenen Angaben 38.000 Mitglieder. Nach seiner Wahl dankte Beringmeier den Delegierten für das Vertrauen, das sie ihm entgegenbrächten. Er kündigte an, sich mit aller Kraft für die Landwirtschaft einzusetzen. Fachlichkeit nach wissenschaftlichen Grundsätzen habe für ihn große Bedeutung, sagte er.

„Beginn unruhiger Zeiten für den Bauernstand“

Derweil resümierte Beringmeiers Vorgänger Röring, dass seine Amtszeit „durch den Beginn unruhiger Zeiten für den Bauernstand“ gekennzeichnet gewesen sei. Den Westfälischen Nachrichten sagte der Vredener, als Bundestagsabgeordneter habe er eine wachsende Kluft zwischen bäuerlichen Nahrungsmittelerzeugern und großstädtischen Verbrauchern gespürt. Daher zähle die „Offensive Nachhaltigkeit“ des WLV zu den Meilensteinen seiner Präsidentschaft.

„Wir müssen mehr denn je inhaltlich argumentieren und mit Fachwissen überzeugen“, wird Röring mit Blick auf die Lobbyarbeit in Berlin zitiert. Dass das Leben letztlich „immer auch aus politischen Kompromissen“ bestehe, sei „bei den Bauern noch nicht sehr verbreitet“.

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