Ein Service, den niemand braucht: Geldautomat versperrt den Hauseingang

Kurios

1000 Euro bekommt ein Berliner Hausbesitzer angeblich dafür, dass ein Geldautomat vor seinem Gebäude stehen darf. Dumm nur für die Mieter: Das Gerät wurde direkt vor dem Hauseingang platziert.

Berlin

23.08.2020, 12:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Frau zieht Geldscheine aus einem Geldautomaten in Berlin.

Eine Frau zieht Geldscheine aus einem Geldautomaten in Berlin. © dpa

Trotz Corona wollen viele noch immer nicht komplett auf Bargeld verzichten, da ist ein Geldautomat in der Nähe durchaus praktisch. Wenn die Maschine allerdings den Weg in die eigene Wohnung versperrt, wird’s schnell zum großen Ärgernis – so geschehen im Berliner Kiez Friedrichshain. Dort wurde ein Geldautomat direkt in einem Hauseingang aufgestellt, berichtet der RBB in seiner „Abendschau“.

Der Bericht des Senders beginnt mit erstaunlichen Bildern: Eine Frau im Blümchenkleid demonstriert ihre Kampfsportkünste, scheint den Geldautomaten mit Schlägen und Tritten zu bearbeiten. Dann wendet sie sich kamerawirksam vom Gerät ab und verschwindet gestenreich aus dem Bild.

In einem Video bei Twitter zeigt die Abendschau das ganze Problem:

Bei der Dame handelt es sich um Katharina Hoffmann, Mieterin aus dem Wohnhaus, vor dessen Eingang die Maschine aufgebaut wurde – knapp 106 Zentimeter breit ist der Weg in das Gebäude jetzt noch. Und Frau Hoffmann ist Freundin deutlicher Worte: „Es ärgert mich jeden Tag. Wenn ich rausgehe, wenn ich reingehe, kriege ich die Krätze, wenn ich die Scheiße da sehe“, schimpft die Mieterin.

Lautes Brummen die ganze Nacht

Zu dem Ärger über den fehlenden Platz kommt ein lautes Brummen, das die Maschine permanent von sich gibt. „Jetzt bei den heißen Tagen haben wir natürlich das Fenster auf, und dann hört man das die ganze Nacht“, klagt Mieter Peter Renner.

Doch damit nicht genug: Um Platz für den Automaten zu machen, wurde auch die Klingelanlage abgebaut und auf der gegenüberliegenden Seite wieder angebracht. Oder genauer gesagt: angeklebt. Ohne Leitungen, die Klingel funktioniert nicht mehr, berichtet Katharina Hoffmann.

Praktisch ist der Geldautomat tatsächlich nur für Passanten auf der Suche nach Bargeld – und für den Hauseigentümer: Der bekommt jeden Monat rund 1000 Euro Miete dafür, dass das Gerät vor seinem Haus stehen darf, berichtet der RBB. Der Vermieter hat sich laut RBB nicht zu dem Fall äußern wollen.

RND/seb

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