Emscherkunst legt ein Schüppchen drauf

260.000 Besucher kamen

Die Emscherkunst hat noch ein Schüppchen draufgelegt. 260.000 Menschen haben sich die 24 teils spektakulären Installationen in diesem Jahr angesehen. Das waren noch mehr als im Premierenjahr 2010 (200.000) oder bei der zweiten Auflage anno 2013 (255.000).

DORTMUND

, 16.09.2016, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sollten Kunstfreunde diese Schau noch nicht gesehen haben, wäre das fast eine Sünde! Letzte Gelegenheit bieten der heutige Samstag und der morgige Sonntag jeweils von zehn bis 18 Uhr. Besonders attraktiv ist das bunte Finale am Sonntag mit Aktionen in allen sieben Kunstarealen.

"Nach den Skulptur-Projekten in Münster ist die Emscherkunst das wichtigste Ausstellungsprojekt im öffentlichen Raum in Deutschland - vielleicht sogar in Europa", sagte Kurator Florian Matzner gestern bei der Pressekonferenz zum Abschluss. "Ein toller Kunst-Sommer liegt hinter uns", fügte Ausstellungsleiterin Simone Timmerhaus hinzu.

Knapp vier Millionen Euro teures Konzept

Das knapp vier Millionen Euro teure Konzept, Kunst unter freiem Himmel zu präsentieren und die Menschen zu Fahrradtouren zu animieren, hat so gut funktioniert wie nie zuvor. Trotz des regnerischen Wetters, das von brütender Hitze abgelöst wurde, kamen 60 Prozent der Gäste mit dem Rad. Viele ließen sich von den 80 Kunst-Scouts - allesamt Studenten der TU Dortmund, die bei Wind und Wetter neben den Skulpturen ausharrten - den Sinn der Sachen erklären. Die meisten Gäste starteten am Emscherquellhof und fuhren in westliche Richtung. Publikumsliebling war die Installation "Warten auf den Fluss", die derzeit am Wasserkreuz in Castrop-Rauxel steht, jetzt erst mal verschlossen wird und dann 2017 nach Essen umzieht, um Teil der "Grünen Hauptstadt Europas" zu werden.

Doch was bleibt von der Emscherkunst? Sieben Kunstwerke aus den Jahren 2010 und 2013 sowieso. Aber auch fünf der 15 neuen Kunstwerke dürfen bleiben. Dazu gehört die "Vogelfrau", die sich zum Symbol des Dortmunder Phoenix-Sees gemausert hat. Auf Dauer zieht sie allerdings einige Meter bergauf, wenn ein neuer Platz an der Phoenixseestraße fertig ist, den sie beflügeln soll. Zur Arbeit des Studios Orta gehört auch das "Totem", das in Dortmund-Hörde bleibt.

Diskussionen um "Observer"

Über ihren "Observer", der perfekt in das Wasserbecken auf Kokerei Hansa passt, wird diskutiert. Der Hinkelstein "Zur kleinen Weile" an der Huckarder Straße in Dortmund bleibt zumindest für fünf Jahre vor Ort. Die Stadt Dortmund überlegt, auch den Garten "Kunstpause" daneben zu pflegen. Der "Wellenbrecher" im Hochwasserrückhaltebecken Dortmund/Castrop-Rauxel steht dort erst mal bis 2018. Der "Black Circle Square" ganz in der Nähe dient künftig als Löschteich. Auch die Bienenhäuser am Emscherquellhof in Holzwickede werden angekauft. Der tolle "Waste Water Fountain" dagegen nicht - leider zu störungsanfällig.

Dass angesichts dieses Erfolges die Emscherkunst wiederkommt, bestätigten gestern die Veranstalter (Emschergenossenschaft, Regionalverband Ruhr und die Kultur Ruhr/Urbane Künste Ruhr) einmütig. Auch das Land NRW als Zuschussgeber hat "Ja" gesagt. Der Termin steht aber noch nicht fest. Unklar ist, ob Kurator Florian Matzner weitermacht. Dazu gab es gestern unterschiedliche Auskünfte. Die Entscheidung soll im Dezember 2016 oder Januar 2017 fallen.

Das Programm zum Abschlusswochenende am 17./18.9. gibt es unter