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Er pfeift und pfeift...

Handball: Martin Beckhaus ist seit 40 Jahren Schiedsrichter bei der SG HVE

17.05.2007

Ein halbes Leben lang hat sich Beckhaus aus Spaß an der Freud´ dem Job mit der Pfeife verschrieben. 1967 ? an die heutige SG HVE war damals nicht im Traum zu denken. Auch die SG Eintracht Ergste gab´s noch nicht. TuS Grüne Eiche Bürenbruch hießen die Ergster Handballer damals noch, und aufs Tor geworfen wurden die Bälle längst noch nicht in schmucken Sporthallen. Handball war eine Freiluftsportart auf dem Großfeld, als Martin Beckhaus sein erstes Spiel als Schiedsrichter leitete. Erblich vorbelastet war der junge Mann damals, dessen Vater auch schon als Unparteiischer fungierte. Eher beiläufig habe er dann im Beisein des damaligen Handball-Obmanns Karl-Heinz Schulze mal fallen lassen, dass er an der Pfeiferei durchaus Gefallen finden könnte, erzählt Beckhaus. ?14 Tage später hatte ich dann meine erste Einladungskarte auf dem Tisch?, erinnert er sich ? der Anfang einer langen Karriere als Unparteiischer. Parallel dazu war der Ergster bis zu seinem 55. Lebensjahr weiter als Spieler aktiv, und auch in der Vorstandsarbeit der Ergster Handballer engagierte er sich über viele Jahre. Zum Steinbruch in die Grüne nach Iserlohn führte ihn sein erster Schiedsrichter-Einsatz, weiß der heute 67-Jährige noch genau. Kurt Filthaus war sein erster Gespannpartner. Es folgte Rolf Jessinghaus, mit dem Beckhaus das nachhaltigste Ereignis seiner Schiedsrichterkarriere teilt. Wer kommt schon in den Genuss, Handball-Idole wie Heiner Brand und Erhard Wunderlich zu pfeifen? Anlässlich einer Halleneinweihung in Brilon war das Bundesliga-Team des VfL Gummersbach für ein Freundschaftsspiel engagiert worden ? Schiedsrichter: Beckhaus/Jessinghaus. Dass es anschließend auch noch die Gelegenheit zu einem Plausch mit den Stars in lockerer Runde gab, freute den Ergster damals umso mehr. Seit rund 20 Jahren pfeift Beckhaus nun aber im Gespann mit Jürgen ?Dixi? Milbach. Oder auch allein, etwa Jugendspiele auf Kreisebene. Manchmal springt Beckhaus auch kurzfristig ein, wenn Not am Mann ist. ?Kannste mal eben helfen?? heißt es am anderen Ende der Telefonleitung häufig genug, wenn mal wieder ein Kollege ausgefallen oder ein Spiel kurzfristig verlegt worden ist. Meistens kann er helfen, denn Beckhaus pfeift nach wie vor gerne. ?Sonst würde ich es doch nicht mehr machen?, erklärt er. Finanzielle Anreize sind es jedenfalls nicht, die ihn motivieren: ?Wer Geld verdienen will, der muss etwas anderes machen.? Viel mehr ist Idealismus gefragt bei der Ausübung des häufig so undankbaren Jobs. Ist er wirklich so undankbar? Beckhaus macht nicht den Eindruck, als würde er seine Aufgabe so empfinden. ?Der Respekt der Spieler und Trainer vor dem Schiedsrichter ist in den letzten Jahren größer geworden?, hat er festgestellt, ?allerdings gibt uns das Regelwerk auch gute Möglichkeiten.? Dass er rigorose Strafen aussprechen muss, um die Beteiligten zu disziplinieren, ist aber eher die Ausnahme. Vielleicht liegt es daran, dass er seine Rolle eher als Partner der Spieler sieht und keiner ist, der sich selbst in den Vordergrund stellt. ?Natürlich bin ich nicht fehlerfrei und ich habe kein Problem damit, auch Fehler zuzugeben. Das akzeptieren die Spieler dann meistens auch?, verrät Beckhaus. Wer sich so präsentiert, der wird in den Sporthalle auch gern gesehen: ?Die Leute begrüßen einen eigentlich immer freundlich?, sagt Beckhaus nicht ohne Stolz ? so lange das noch so ist, gibt´s auch noch keinen Grund aufzuhören. mid

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