Erneut Warnstreiks im öffentlichen Dienst - Nahverkehr und Kitas betroffen

Verdi

Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zu Streiks im öffentlichen Dienst aufgerufen. Gestreikt werden soll auch am heutigen Donnerstag. Vor allem der Nahverkehr ist von den Streiks betroffen.

NRW

15.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Mittwoch und am Donnerstag streiken die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in NRW erneut.

Am Mittwoch und am Donnerstag streiken die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in NRW erneut. © picture alliance/dpa

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter. Verdi ruft für am heutigen Tag in ganz Nordrhein-Westfalen zu Arbeitsniederlegungen in Stadtverwaltungen, Kliniken, Sparkassen sowie kommunalen Entsorgern und Stadtwerken auf, wie die Gewerkschaft am Dienstag mitteilte. Im Fall etwa von Gesundheitsämtern gibt es die Möglichkeit von Notdienstvereinbarungen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Versorgung der Bevölkerung solle nicht gefährdet werden.

Rund 14.000 Beschäftigte hätten am Ausstand teilgenommen, teilte Verdi in Düsseldorf mit. Auch einige Kitas waren betroffen sowie der Nahverkehr am Niederrhein, etwa in Wesel und Moers (Niederrheinische Verkehrsbetriebe, kurz Niag). In Köln versammelten sich den Angaben zufolge rund 2500 Menschen für eine Kundgebung. Abstandsmarkierungen und Maskenpflicht seien dabei eingehalten worden, betonte die Gewerkschaft.

Gesundheitswesen streikt am Mittwoch, Nahverkehr am Folgetag

Zudem ist der Nahverkehr betroffen - zunächst am Niederrhein, etwa in Wesel und Moers (Niederrheinische Verkehrsbetriebe, kurz Niag). Am Folgetag zielen die Ausstände unter anderem auf die Rheinbahn in Düsseldorf sowie auf Nahverkehrsbetriebe in Hamm und Unna.

Bereits am Mittwoch hat sich in der Dortmunder Innenstadt ein Demozug aus Beschäftigten des Gesundheitswesens formiert. Mehrere wichtige Verkehrsrouten waren davon betroffen. Verdi hatte die Beschäftigten des Klinikums Dortmund, des Klinikums Westfalen, der Städtischen Seniorenheimen und der LWL Einrichtungen aus Dortmund für Mittwochmorgen zum Streik aufgerufen.

In der Region streiken die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes unter anderem in Dortmund, Dorsten, Haltern, Lünen und Schwerte. In Werne legten bereits 250 Amazon-Mitarbeiter ihre Arbeit nieder - ausgerechnet zur Prime-Day-Aktion.

Verdi fordert Einkommensanhebung von 4,8 Prozent

Nach anerkennenden Worten zur Leistung der Beschäftigten in Corona-Zeiten müssten die Arbeitgeber endlich Taten folgen lassen, argumentiert Verdi. In dem Tarifkampf fordert Verdi eine Einkommensanhebung von 4,8 Prozent, der Arbeitgeberseite ist das zu viel. Am 22. Oktober sollen die Verhandlungen in Potsdam weitergehen.

Die Landesbezirksleiterin der Gewerkschaft Verdi, Gabriele Schmidt, zeigt sich optimistisch, dass Bewegung in den Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst kommt. „Ich habe die große Hoffnung, dass die Arbeitgeber einlenken und uns zur nächsten Tarifrunde ein Angebot vorlegen“, sagte Schmidt am Mittwoch in der WDR 5-Sendung „Morgenecho“.

dpa

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