ESC-Ausfall droht: Bestätigter Coronavirus-Fall im Eurovisions-Team

Coronavirus

Beim Veranstalter des Eurovision Song Contest herrscht Coronavirus-Alarm. Ein Mitarbeiter der Europäischen Rundfunkunion wurde in Genf positiv getestet. Jetzt droht ein Ausfall des ESC.

Genf

05.03.2020, 10:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Veranstalter des Eurovision Song Contest hat einen am Coronavirus erkrankten Mitarbeiter gemeldet. Nun droht ein Ausfall des ESC 2020 in Rotterdam.

Der Veranstalter des Eurovision Song Contest hat einen am Coronavirus erkrankten Mitarbeiter gemeldet. Nun droht ein Ausfall des ESC 2020 in Rotterdam. © picture alliance/dpa

Auch der Eurovision Song Contest 2020 könnte dem Corona-Virus zum Opfer fallen: Ein Mitarbeiter der Europäischen Rundfunkunion (EBU) in Genf, die den Wettbewerb veranstaltet, ist positiv auf den neuartigen Erreger getestet worden. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) exklusiv. Die EBU bestätigte den Fall: „Wir können bestätigen, dass ein Mitarbeiter der EBU nach der Rückkehr aus Norditalien Anfang letzter Woche positiv auf Covid-19 getestet wurde.“

Die kantonale medizinische Behörden in Genf (Direction Générale de la Santé) habe jene EBU-Mitarbeiter, die mit dem Kollegen in engem Kontakt standen, identifiziert. Sie befänden sich allesamt in Quarantäne zu Hause. Eine Schließung der EBU hätten die Mediziner nicht für nötig erachtet, heißt es beim ESC-Veranstalter.

Mehrere EBZ-Mitarbeiter unter häuslicher Quarantäne

„Als Vorsichtsmaßnahme haben wir jedoch empfohlen, dass alle nicht operativen Mitarbeiter bis zum 13. März von zu Hause aus arbeiten, um die Risiken zu minimieren.“ Ob und wie eng der Mitarbeiter an der Vorbereitung des ESC beteiligt war, wollte die EBU nicht mitteilen. In Genf arbeiten mehrere hundert Mitarbeiter der Rundfunkunion.

Muss der ESC unter diesen Umständen abgesagt werden? Bisher hielt sich die EBU zu dieser Frage bedeckt. „Wir beobachten die Entwicklung sehr genau“, hieß es in den vergangenen Tagen in einem gleichlautenden, zurückhaltenden Statement. „Wir haben im Blick, was in ganz Europa passiert, und prüfen mehrere mögliche Szenarien.“ Für eine endgültige Entscheidung sei es noch zu früh.

Unter dem Eindruck eines konkreten Corona-Falles jedoch könnte die Risikobewertung anders ausfallen. 65.000 Menschen aus fast 50 Ländern werden zu dem Großereignis erwartet – für ein aggressives Virus wären das ideale Ausbreitungsbedingungen - erst Recht, wenn das Virus bereits beim Veranstalter grassiert.

Die beiden Halbfinals und das Finale sind bereits ausverkauft

Offiziell allerdings bereitet die EBU weiter den Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam vor. Das ESC-Finale geht am 16. Mai über die Bühne, die beiden Halbfinals am 12. und 14. Mai. 41 Länder nehmen am weltweit größten Musikwettbewerb teil, ESC-Fans werden aber auch aus Ländern erwartet, die auf den ESC verzichten. Für Deutschland tritt der 22-jährige Ben Dolic mit seinem Dancepopsong „Violent Thing“ an.

Mindestens vier große öffentliche Proben und drei TV-Shows sind für Rotterdam vorgesehen. Die beiden Halbfinals und das Finale sind bereits ausverkauft. Das bedeutet: Allein für die TV-Shows werden sich dreimal 12.000 Menschen in der Arena „Ahoy Rotterdam“ versammeln – also 36.000 Zuschauer.

Die Rundfunkunion ist ein Verbund überwiegend öffentlich-rechtlicher Sender aus 56 Staaten. Dazu kommen 33 assoziierte Mitglieder aus 21 weiteren Staaten – unter anderem aus Kanada, Japan, Mexiko, Brasilien, Indien, Hongkong und den Vereinigten Staaten. Sie veranstaltet seit 1954 den Eurovision Song Contest. In diesem Jahr ist die 65. Ausgabe vorgesehen. Ob sie tatsächlich über die Bühne geht, verschoben wird oder in einer reinen Online-Variante ausgetragen wird, ist derzeit noch offen.

RND

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