EU-Rindfleischabkommen mit den USA bedroht heimische Rinderzüchter

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Rindfleisch aus den USA und Südamerika soll einfacher auf den europäischen Markt gelangen. Heimische Landwirte fürchten Wettbewerbsnachteile wegen der unterschiedlichen Standards.

von Sven Kauffelt

Borken

, 06.08.2019, 11:24 Uhr / Lesedauer: 1 min

Roastbeef aus Argentinien, T-Bone-Steaks aus den USA: Was auf Speisekarten in Restaurants gut klingt, könnte für heimische Rinderzüchter zunehmend zur Bedrohung werden. Denn gleich zwei Abkommen sollen dafür sorgen, dass die Länder der EU deutlich mehr Rindfleisch aus Süd- und Nordamerika importieren – mit Folgen für Erzeuger und Verbraucher.

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Daniel Bölker kann darüber nur den Kopf schütteln. „Alles redet von Klimaschutz, wir bekommen eine Auflage nach der anderen und dann soll mehr Rindfleisch aus Ländern eingeführt werden, die viel geringere Auflagen haben als wir“, sagt der Rinderzüchter aus Westenborken.

Sven Kauffelt, Redakteur der Borkener Zeitung, hat mit Danile Bölker über Wettbewerbsnachteile durch das USA-EU-Abkommen gesprochen.

Das Abkommen zwischen der EU und den USA sieht vor, dass der Import von Rindfleisch aus den USA in den kommenden Jahren schrittweise bis auf 35.000 Tonnen steigen soll. Außerdem sollen aus Südamerika jährlich bis zu 99.000 Tonnen eingeführt werden können. Und das, obwohl die dortigen Aufzuchtmethoden und der mangelnde Tierschutz seit Jahren kritisiert werden. In Südamerika wird zudem eine weitere Abholzung des Regenwaldes befürchtet.

Rund 1700 Rinderhalter im Kreis Borken

Rund 1700 Rinderhalter gibt es im Kreis Borken. Einer der Betriebe gehört Heiner und Daniel Bölker in Westenborken. Rund 550 Stück Vieh halten sie hier. Die Kälber kaufen sie mit einem Gewicht von etwa 80 Kilogramm, gut 100 Tage später werden die Tiere entweder mit rund 200 Kilogramm Gewicht weiterverkauft oder selbst gemästet, bis sie über 400 Kilo wiegen und schlachtreif sind. Im Moment sei der Markt im Keller, sagt Heiner Bölker, die Preise sind niedrig. Wie sein Sohn fürchtet er, dass sich das durch das Rindfleisch aus Nord- und Südamerika weiter verschärft.

Und das mit Tieren, die unter Bedingungen gezüchtet werden, die weit unter den europäischen Tierschutzstandards liegen. „Für uns ein klarer Wettbewerbsnachteil“, sagt Daniel Bölker.

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