Feiern trotz Corona: So klappt‘s drinnen mit wenig Risiko

Coronavirus

Partys sind grundsätzlich erlaubt – mit Einschränkungen. Die Regelungen sind bundesweit nicht einheitlich, sie variieren teils von Kommune zu Kommune. Was bei privaten Feiern zu beachten ist.

Berlin

06.10.2020, 06:41 Uhr / Lesedauer: 3 min
Wer trotz Corona-Pandemie drinnen feiern möchte, geht ein Risiko ein. Mit den richtigen Schutzmaßnahmen lässt es sich aber minimieren (Symbolbild).

Wer trotz Corona-Pandemie drinnen feiern möchte, geht ein Risiko ein. Mit den richtigen Schutzmaßnahmen lässt es sich aber minimieren (Symbolbild). © picture alliance/dpa

Sich am Buffet Essen auf den Teller schaufeln, tanzen und anderen freudig in die Arme fallen: All das ist während der Corona-Pandemie nicht ratsam und je nach Bundesland zum Teil verboten. Ausgelassen feiern geht momentan nicht, wenn man kein Risiko eingehen will, an Covid-19 zu erkranken. Wer dennoch eine Party plant, kann das Ansteckungsrisiko mit einigen Vorsichtsmaßnahmen für sich und andere reduzieren.

„Alle Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, in jedem Einzelfall kritisch abzuwägen, ob, wie und in welchem Umfang private Feierlichkeiten notwendig und mit Blick auf das Infektionsgeschehen vertretbar sind“, schreibt die Bundesregierung auf ihrer Webseite. Damit sollte klar sein, was der Bund davon hält, Partys zu feiern: nämlich gar nichts. Völlig verboten sind Feste dennoch nicht, je nach Bundesland gibt es verschiedene Regeln. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass auch bei Feiern Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden sollen.

Feiern bedeuten hohes Risiko

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt auf ihrer Webseite Infektionsschutz.de Tipps, wie man sich in Risikosituationen verhalten sollte. Private Feiern wie Familienfeste, Geburtstagspartys oder Hochzeiten nennt sie hier an erster Stelle. Geschlossene Räume, Gruppen und Gedränge sowie Gespräche, das alles seien Risikos, die es bei solchen Veranstaltungen gebe. Kämen sie zusammen, könnten gefährliche Infektionscluster entstehen.

Zunächst einmal sei wichtig, sich über die örtlichen Regelungen zu informieren, wenn man eine Feier planen möchte. „Die jeweiligen Verordnungen und Allgemeinverfügungen, die in Ihrer Region gelten, finden Sie auf der Internetseite Ihres Bundeslandes sowie auf den Seiten Ihrer Stadt oder Gemeinde“, schreibt die BZgA.

Abstand halten auf Partys – und in Innenräumen lüften

Wo die Möglichkeit besteht, sollte draußen gefeiert werden, appelliert darüber hinaus die Bundesregierung. Doch je mehr die Temperaturen sinken, desto unwahrscheinlicher wird dieses Szenario. „In geschlossenen Räumen sollten Sie unbedingt auf eine regelmäßige und intensive Belüftung achten“, lautet ein Tipp der BZgA. Denn das Coronavirus werde von Mensch zu Mensch vor allem beim Sprechen, Husten, Niesen und Atmen übertragen.

Je später der Abend, desto ausgelassener die Stimmung: Deshalb sei es wichtig, die Gäste nicht nur vor, sondern auch während der Feier immer wieder an die AHA-Formel zu erinnern. Das Akronym steht für eineinhalb Meter Abstand halten, Hygiene und das Tragen von Alltagsmasken. Hier könne man kreativ werden und zum Beispiel Luftballons mit „AHA“ bemalen oder aber ganz klassisch immer wieder kurze Ansagen machen. „Es dient dem Schutz aller“, erinnert die BZgA.

Covid-19 nicht als Gastgeschenk

Aus der AHA-Formel ergeben sich viele Vorsichtsmaßnahmen, mit denen das Risiko einer Verbreitung des Coronavirus auf der eigenen Party verringert wird. Auch, wenn nicht alle davon gesetzlich vom Bund oder den Ländern vorgeschrieben sind, lohnt es sich, so viele wie möglich einzuhalten, damit niemand als Gastgeschenk eine Covid-19-Erkrankung mit nach Hause nimmt.

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Anderthalb Meter Abstand halten heißt: In Grüppchen beieinander stehen und quatschen geht eher nicht, zumindest nicht ohne Mund-Nasen-Schutz. Tanzen ist erst recht ein Risiko: Nicht nur, dass Abstände hier höchst selten eingehalten werden. Wer ausgelassen tanzt, atmet auch mehr und wirbelt durch den Raum, verteilt also seine Atemluft rasch und kommt mit der der anderen schneller in Berührung. Umarmungen sollten tabu sein. Dem Geburtstagskind oder Hochzeitspaar kann man auch mit einem freundlichen Lächeln seine Freude zeigen und gratulieren. Ebenfalls tabu sollten Gruppenfotos sein, insbesondere in geschlossenen Räumen.

Buffet ist nicht empfehlenswert

Hygiene bedeutet nicht nur, sich regelmäßig und gründlich mindestens 30 Sekunden lang die Hände zu waschen. Ein klassisches Buffet, bei dem sich jeder mit den gleichen bereitliegenden Löffeln Speisen auf den Teller füllt, ist ein großes Risiko. Buffets sind auch deshalb nicht ratsam, weil sie unpraktisch sind, wenn man konstant eineinhalb Meter Abstand halten möchte. Einen Drink aus dem Glas eines Freundes probieren oder mit der Gabel schnell etwas vom Teller des Gegenübers stibitzen, das ist aus hygienischen Gründen ebenfalls nicht empfehlenswert.

Mund-Nasen-Schutz während einer Feier zu tragen, wirkt für viele erst einmal suspekt. Doch kaum ein Mittel ist effizienter, um die Ansteckung zu verhindern – wenn alle mitmachen. Denn wie die BZgA schreibt, schützt eine einfache Alltagsmaske andere vor feinen Tröpfchen, nicht aber den Träger. Insbesondere auf Partys quatschen Menschen viel. Wenn die Musik laut ist, rückt man näher zusammen, um sich zu verstehen. Solche Situationen sind mit einer Mund-Nasen-Bedeckung sicherer.

Welche Corona-Regeln bundesweit gelten

Zu privaten Feiern maximal 25 Gäste einladen und bei Feiern in öffentlichen Räumen bis zu 50, zu diesen Zahlen rät die Bundesregierung und schreibt sie vor, sobald „örtlich ein hohes Infektionsgeschehen im 7-Tage-Verlauf erreicht wird“. Diese Regelung greift, sobald sich innerhalb von sieben Tagen in einer Region 35 von 100.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert haben. Infizierten sich noch mehr Menschen, sinkt die Anzahl der erlaubten Teilnehmenden weiter.

Wer im Restaurant isst, mit Freundinnen in der Bar anstößt oder eine Veranstaltung besucht, ist verpflichtet, seine vollständigen Kontaktdaten zu hinterlassen. Falschangaben ziehen mittlerweile ein Bußgeld nach sich.

RND

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