Feuer in Darup legt Grundschule in Schutt und Asche

Feuerwehr

Die Sebastian-Grundschule in Darup ist am Wochenende durch ein Feuer zerstört worden. Die Feuerwehr war mit rund 100 Einsatzkräften vor Ort.

Darup

von Christine Tibroni

, 26.05.2020, 09:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Um Flammen und Rauch im Dachstuhl der Sebastian-Grundschule zu besiegen, musste ein Bagger anrollen und Teile des Dachs abreißen.

Um Flammen und Rauch im Dachstuhl der Sebastian-Grundschule zu besiegen, musste am Nachmittag ein Bagger anrollen und Teile des Dachs abreißen. © Christine Tibroni

Ursula Wippich hat Tränen in den Augen. „Unsere schöne Schule“, sagt die Leiterin der Sebastian-Grundschule, als sie am Samstagvormittag vom Schulhof aus mit ansehen muss, wie sich ein Brand im Dachstuhl des Kopfbaus ausbreitet und über 100 Feuerwehrleute alles geben, um das Feuer zu löschen. Da ahnt sie noch nicht, dass Stunden vergehen, bis die Feuerwehr Entwarnung gibt, und am Ende ein Teil des Schulgebäudes in Schutt und Asche liegt.

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Doch der Reihe nach. Am Samstagmorgen um 6.30 Uhr werden die Löschzüge Darup und Nottuln alarmiert und eilen zum Wybbert, wo das Dach der Grundschule brennt. Nicht in voller Ausdehnung, betroffen ist der Kopfbau, der unter anderem den Eingangsbereich der Schule umfasst. Im Obergeschoss befindet sich eine Mietwohnung, die beiden Bewohner können sich unverletzt in Sicherheit bringen. Einsatzleiter Tobias Plogmaker (Löschzug Darup) fordert zusätzlich zur Nottulner Drehleiter die Drehleiter aus Coesfeld an, um von zwei Seiten möglichst nah an das Dach zu kommen.

Situation verschlechterte sich dramatisch durch Rauchgasdurchzündung

Das Feuer scheint schnell unter Kontrolle, die Löscharbeiten gehen augenscheinlich gut voran, die Wehr ist schon mit Nachlöscharbeiten beschäftigt, als es um 10.50 Uhr zu einer Rauchgasdurchzündung und damit zu einer dramatischen Verschlechterung der Lage kommt. An mehreren Stellen des Dachstuhls entstehen neue Brandherde mit enormer Rauch- und Hitzeentwicklung.

Plogmaker erhöht das Alarmstichwort auf „Feuer 4, Gebäudegroßbrand“. Sirenenalarm in allen vier Nottulner Ortsteilen, aus denen die Helfer nun zur Grundschule eilen. Um 12.45 Uhr werden die Nachbarwehren aus Billerbeck, Havixbeck und Rosendahl mit jeweils einem Löschfahrzeug plus Besatzung angefordert. Außerdem eine Drohneneinheit der Feuerwehr Dülmen, die mit einer Wärmebildkamera das Gebäude überfliegt.

Ebenfalls vor Ort sind Kreisbrandmeister Christoph Nolte und sein Stellvertreter Matthias Heuermann, Einsatzkräfte von DRK und Polizei, Bürgermeisterin Manuela Mahnke und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. Die Einsatzleitung liegt inzwischen bei Udo Henke, Leiter der Feuerwehr Nottuln.

Beißender Rauch und große Hitze

Verzweifelt kämpfen die Feuerwehleute gegen den Schwelbrand, der sich weniger durch offene Flammen und Funkenflug als durch beißenden Rauch und durch große Hitze zeigt. Doch so viel Wasser und Schaum sie auch auf das Dach spritzen, der durchschlagende Erfolg bleibt aus. Das Problem sind die Dämmplatten des erst vor zwei Jahren erneuerten Dachs, durch die das Wasser nicht bis zu den Brandherden durchdringen kann.

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Am Nachmittag greift die Einsatzleitung zum letzten Mittel und fordert einen Bagger an, der das Dach Stück für Stück abträgt. Jeder Bissen, den die Baggerschaufel nimmt, wird einzeln gelöscht. So geht es bis zum Abend und die ganze Nacht hindurch.

Das THW leuchtet die Einsatzstelle aus. Um 22 Uhr rollt noch ein Kettenbagger an, denn der Schulgarten ist durch die Unmengen an Löschwasser anders nicht befahrbar. Endlich um 0.30 Uhr ein erstes Aufatmen. Das Schlimmste ist geschafft. Dennoch müssen die Einsatzkräfte die ganze Nacht über immer wieder einzelne Glutnester löschen.

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