Mit Bodycams und Helmkameras: Bochumer Feuerwehr im TV im Einsatz

Feuerwehr

Die dritte Staffel der WDR-Reihe „Feuer & Flamme“ startet demnächst. Die „Helden“ der TV-Show sind Einsatzkräfte der Bochumer Feuerwehr. Wie sieht ihr Alltag aus - real und im TV?

Bochum

16.03.2020, 11:27 Uhr / Lesedauer: 3 min
Am kommenden Montag (23.3.) startet die dritte Staffel der WDR-Dokutainment-Reihe «Feuer & Flamme». Mit «echten» Kräften der Bochumer Feuerwehr, bei deren Einsätzen zur Lebensrettung und Brandbekämpfung die Zuschauer in neun Folgen hautnah mitfiebern können.

Am kommenden Montag (23.3.) startet die dritte Staffel der WDR-Dokutainment-Reihe „Feuer & Flamme“. Mit „echten“ Kräften der Bochumer Feuerwehr, bei deren Einsätzen zur Lebensrettung und Brandbekämpfung die Zuschauer in neun Folgen hautnah mitfiebern können. © picture alliance/dpa

Sie sind keine Schauspieler. Trotzdem werden sie nun in voller Aktion in der neuen WDR-Staffel „Feuer & Flamme“ zu sehen sein: Wenn die Bochumer Feuerwehrleute einen Großbrand in einer Sporthalle löschen, einen Bauernhof vor den Flammen schützen oder zur Lebensrettung in die Ruhr steigen, ist der Zuschauer hautnah dabei. Spezielle Bodycams und Helmkameras machen es möglich. Am kommenden Montag (23. März) wird die ganze Einsatzpalette der Bochumer Feuerwehr in neun sogenannten Dokutainment-Folgen gezeigt. Nichts ist gestellt, wie WDR und Feuerwehr betonen. Zu Wort kommen nur die Einsatzkräfte - erstmals auch weibliche.

Wer also sind die Protagonisten der 45-Minuten-Filme und wie sieht ihr Job im Alltag aus? Einer aus dem Team ist Einsatzleiter Nick, der erzählt: „Ein Reptil muss gefangen werden. Ein Kind steckt mit der Hand in der Klappe einer Paketstation fest. Jemand ist in einer Grube verunglückt. Bei vielen Einsätzen müssen wir improvisieren.“ Der 36-Jährige betont: „Man kann sich auf alle Grundtätigkeiten vorbereiten, aber jede Situation vor Ort ist neu und anders.“

Diesmal stehen auch drei Frauen im Fokus

Warum hat er an der neuen Reihe - die Folgen werden jeweils um 20:15 Uhr ausgestrahlt - mitgewirkt? „Der Zuschauer wird gut ableiten können, was der Job bedeutet. Durch die Körperkameras kommt die gesamte Bandbreite sehr echt rüber.“ Wobei Nick selbst noch nicht in die Produktion reingeschaut hat. „Keiner von uns wollte das vorher sehen.“ Für die Arbeit gelte: „Jeder steht auf Adrenalin. Wir gehen auch Risiken ein, aber kalkuliert. Wir wollen schon alle wieder gesund nach Hause gehen.“ Mit Blick auf die TV-Folgen sagt er, es kursiere ein gewisses Lampenfieber in der Mannschaft.

Apropos Mann-Schaft: Diesmal stehen auch drei Frauen im Fokus. Man schaut Ulrike, laut Sender mit 25 Jahren eine des jüngsten Zugführerinnen Deutschlands, über die Schulter. Und verfolgt die Arbeit der Notfallsanitäterin Katrin. Jasmin (29) kämpft in schwerer Ausrüstung gegen die Flammen. Wie hart ist der Job denn für Frauen?

Feuerwehrfrau Jasmin steht neben einem Kollegen vor einem Feuerwehrfahrzeug und betätigt die Wasserpumpe. Bei der Berufsfeuerwehr in Deutschland sind Frauen die Ausnahme.

Feuerwehrfrau Jasmin steht neben einem Kollegen vor einem Feuerwehrfahrzeug und betätigt die Wasserpumpe. Bei der Berufsfeuerwehr in Deutschland sind Frauen die Ausnahme. © picture alliance/dpa

Sie durchlaufen dieselbe Ausbildung und täglich dasselbe Kraft- und Ausdauertraining - und könnten definitiv alle anfallenden Jobs erledigen, schildert Jasmin der Deutschen Presse-Agentur. Frauen seien männlichen Kollegen manchmal kräftemäßig unterlegen, aber: „Jeder hat spezielle Stärken, die ins Team eingebracht werden. Für mich ist das wie eine zweite Familie.“

Die Zuschauer sehen, was die Einsatzkräfte täglich leisten

Zugführer Hilal (33) hält „Feuer & Flamme“ für ein sinnvolles Format: „Weil man gut sieht, was wir hier wirklich leisten.“ Die Verantwortung sei enorm. „Nach uns kommt keiner mehr, die Bürger erwarten, dass alles klappt, was wir tun. Das alles gut wird.“ Tim (32) war schon Zimmermann und hatte auf Lehramt studiert, bevor er sich um entschied und Feuerwehr-Azubi wurde. Sein erster großer Einsatz: Ein brennendes Haus, die Bewohner kamen nicht raus, zwei Kinder wurden vermisst. Alle konnten gerettet werden. Er habe beim Dreh mitgemacht - nicht weil, sondern „obwohl ich mich am Ende selbst sehen muss.“

Simon Heußen, Amtsleiter der Feuerwehr in Bochum, hofft, dass „das Format mehr Verständnis und Respekt für unseren Job am Notfallort fördert“. Einsätze würden von Gaffern mit ihren Handys immer häufiger behindert. Und viele Verkehrsteilnehmer beschwerten sich, wenn sie durch Rettungseinsätze blockiert würden. „Das wird gefühlt immer schlimmer.“ Dass diesmal auch Frauen und Azubis gefilmt werden, könne womöglich bei der Gewinnung von Nachwuchs helfen, sagt Heußen, auf Feuerwehrseite verantwortlich für das Projekt.

Bochumer Kollegen schauen sich die erste Folge gemeinsam an

Es werde nichts geschönt, auch nicht auf Sensation getrimmt - sondern die Aufgaben der Feuerwehrkräfte kommen authentisch daher, meint Heußen. Also immer auf Zack sein, in 45 Sekunden über die Stange ins Fahrzeug reinspringen. Spätestens zwei Minuten nach dem Alarm ausrücken. Bäume fällen, Türen oder Fenster öffnen, technische Hilfeleistungen, Feuer-Löschen. Sehr viele Rettungsdienste.

„Man kommt zur Arbeit und weiß nicht, was einen erwartet.“ Und das gilt auch für die neue Staffel. Die Bochumer Kollegen wollen sich die erste Folge gemeinsam ansehen. Heußen verrät: „Wir haben zwei große Kinosäle im Zentrum angemietet. Das wird sicher sehr emotional.“

dpa

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