Fotos zeigen Menschen in zwei Heimaten

Ausstellung im Wissenschaftspark

Das Pixelprojekt zeigt eine Ausstellung zur Migration im Ruhrgebiet. Zu sehen sind 38 Fotoserien von 39 Fotografen. Manche Fotos sind sehr privat.

Gelsenkirchen

, 21.02.2018, 15:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zwischen der alten Heimat Griechenland und der neuen Deutschland hat sich dieser Gastarbeiter seine Wohnung eingerichtet. Foto: Ercihan

Zwischen der alten Heimat Griechenland und der neuen Deutschland hat sich dieser Gastarbeiter seine Wohnung eingerichtet. Foto: Ercihan

Migration ist im Ruhrgebiet nichts Neues. Die Einwanderung haben Fotografen schon 1955 dokumentiert. Im „Pixelprojekt Ruhrgebiet“ werden diese Bilder bewahrt. Im Wissenschaftspark Gelsenkirchen sind nun in der Ausstellung „Neue Heimat Ruhr“ 38 Fotoserien mit 130 Aufnahmen von 39 Fotografen zu sehen.


Eine Reaktion auf die politische Situation


Historische Bilder aus dem Pixelprojekt von der ersten Gastarbeiter-Generation, die von 1955 bis 1973 ins Ruhrgebiet kam, bis zu aktuellen Bildern von Flüchtlingen der Gegenwart sind in der sehenswerten Schau ausgestellt.

Die neuen Bilder haben die Ausstellungsmacher nach einem Aufruf über die Plattform „neueheimat.ruhr“ bekommen. „Wir wollten auf die politische Situation reagieren. Darauf, dass die AfD in Duisburg-Marxloh bei der Bundestagswahl mehr als 30 Prozent der Stimmen bekommen hat.

Wir zeigen, dass Migration immer stattgefunden hat“, sagt Projektleiter Peter Liedtke. Die Internetseite „neueheimat.ruhr“ hat das Pixelprojekt schon 2016 aufgebaut, „um Kommunikation zu schaffen“.


Akropolis im Wohnzimmer


Zu den 39 Künstlern gehört die Dortmunderin Emine Ercihan. Die 28-jährige Türkin macht gerade ihren Master in Fotografie. Ihre Fotoserie porträtiert die erste Generation der Gastarbeiter. Griechen, Spanier, Türken, Koreaner, Italiener und Portugiesen hat sie zu Hause besucht.

Entstanden sind dichte Bilder von Menschen, die zwei Heimaten haben. So hängt auf dem Foto des griechischen Seniors eine Deutschlandfahne im Wohnzimmer, aber auch ein Bild von der Akropolis.


Schöne Frauen



„Pottperlen“, schöne Frauen unterschiedlicher Nationalitäten hat die Dortmunderin Magdalena Spinn abgelichtet. Yavut Arslan hat in einer türkischen Großraum-Disco in Bochum fotografiert, und Hans Rudolf Spinn hat türkische Gastarbeiter 1965 von der Abfahrt in Istanbul bis zur Ankunft in Bochum begleitet. Fotos aus Flüchtlingslagern 2016 und Bilder von türkischen Hochzeiten gehören auch zu der vielfältigen Foto-Schau.

Immer noch ungewiss ist die Zukunft des Pixelprojekts nachdem die Landesmittel dafür nicht mehr bereit stehen. „Es könnte sein, dass die nächste Ausstellung im Juni die letzte ist“, sagt Peter Liedtke.

Wissenschaftspark Gelsenkirchen: Fotoausstellung „Neue Heimat Ruhr“, bis 21.4., Munscheidstr. 14, Mo-Fr 6-19 Uhr, Sa 7.30-17 Uhr.
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