Frau mit Unterleibsschmerzen erfährt beim Arzt, dass sie ein Mann ist - und Hodenkrebs hat

Kurioser Fall

Mit Unterleibsbeschwerden kommt eine 30-jährige verheiratete Frau in Kalkutta in eine Klinik. Dort ergaben Untersuchungen, dass sie in Wahrheit ein Mann ist und an Hodenkrebs leidet.

Indien

11.07.2020, 17:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Äskulapstab - das Zeichen der Ärzte: In einem Hospital in Kalkutta erfuhr eine Frau von Onkologen, dass sie biologisch gesehen ein Mann ist und an Hodenkrebs leidet.

Äskulapstab - das Zeichen der Ärzte: In einem Hospital in Kalkutta erfuhr eine Frau von Onkologen, dass sie biologisch gesehen ein Mann ist und an Hodenkrebs leidet. © picture alliance / Uta Poss

Eine Frau kommt mit Unterleibsbeschwerden zum Arzt. Und erfährt bei der Untersuchung, dass sie ein Mann ist, der an Hodenkrebs leidet. Von diesem Fall berichtete jetzt die indische Zeitung „Times of India“.

Die 30 Jahre ihres bisherigen Lebens lebte die Frau aus dem westbengalischen Distrikt Birbhum ganz normal und ohne Komplikationen, berichtet die Zeitung. Dann war nicht nur sie von der sogenannten Androgenresistenz betroffen sondern auch ihre 28 Jahre alte Schwester.

Vom Äußeren her eine Frau - aber mit männlichem Chromosomenstand

Die 30-jährige Patientin ist seit neun Jahren verheiratet, im Netaji Subhas Chandra Bose Cancer Hospital fand man nun ihre „wahre Identität“ heraus. „Von ihrem Äußeren ist sie eine Frau“ erklärte der Onkologe Anupam Dutta. „Das fängt bei der Stimme an, geht über die entwickelten Brüste und die normalen äußeren Genitalien. Alles wie es bei einer Frau sein soll. Aber der Uterus und die Eierstöcke fehlen seit ihrer Geburt. Sie hatte auch nie eine Menstruation.“

Nur eine von 22.000 Personen seien von diesem seltenen Syndrom betroffen, so der Onkologe.

Tests legten nahe, dass die Frau eine „blinde Vagina“ habe. Ein Gentest ergab, dass ihre Zellen einen männlichen XY-Chromosomensatz haben. Die Hoden blieben unentwickelt im Inneren des Unterleibs, die Hormone führten zum Äußeren einer Frau. Sie litt nun an Hodenkrebs, unterzog sich einer Chemotherapie und ist derzeit in – so das Krankenhaus – „stabiler Verfassung“.

Zumindest körperlich. Seelisch müsse eine solche Nachricht natürlich erst einmal verarbeitet werden. Man berate das Ehepaar, so Dr. Dutta, „so weiterzuleben wie bisher“. Bekannt ist, dass die Ehepartner wiederholt versucht hatten, Babys zu bekommen, damit aber gescheitert waren.