Frau vergewaltigt und erpresst? Angeklagter: „Der Mann auf den Sex-Videos bin ich gar nicht“

hzLandgericht Bochum

Kinderpornos auf dem Handy, Vergewaltigung, Körperverletzung, Erpressung – die Anklage erhebt gegen einen 21-Jährigen schwere Vorwürfe. Doch der junge Mann verblüffte vor Gericht die Richter.

Bochum, Recklinghausen

, 24.01.2020, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anklage spricht von zwei gefilmten Vergewaltigungen und Erpressung - der Angeklagte will davon aber nichts wissen. Zum Prozessauftakt am Bochumer Landgericht verblüffte ein 21-Jähriger aus Recklinghausen die Richter am Freitag vielmehr mit einer außergewöhnlichen Unschuldsversion. „Der Mann auf den Sex-Videos bin ich gar nicht“, gab er zu Protokoll.

Besitz von Kinderporno-Material, Vergewaltigung, Körperverletzung, Erpressung und mehr: Die Staatsanwaltschaft hat gegen den aus Syrien stammenden 21-Jährigen (U-Haft) eine ganze Reihe von schweren Vorwürfen zusammengetragen.

Frau zwei Mal zum Sex gezwungen

Im Juni 2019 soll er in seiner Wohnung an der Hertener Straße binnen zwei Wochen zweimal seine nach islamischem Recht mit ihm verheiratete Ex-Frau mit Gewalt zum Sex gezwungen und die Szenen jeweils auf seinem Handy gefilmt haben. Den Grund benennt die Anklageschrift so: „Weil sie sich seinen Anweisungen zur Lebensführung nicht gefügt hat.“

Beim ersten Mal soll der 21-Jährige anschließend 200 Euro, beim zweiten Mal sogar 5000 Euro dafür verlangt haben, dass er das intime Video nicht in Internet stellt. Obwohl die Erpressung laut Anklage teilweise sogar Erfolg hatte, indem die eingeschüchterte Ex-Frau ihm insgesamt 400 Euro übergab, soll der 21-Jährige das private Sex-Video im Juli 2019 kurzzeitig auf seiner Facebook-Seite hochgeladen haben.

„Das Video ist gar nicht von mir“

Diese Veröffentlichung im sozialen Netzwerk gab der Angeklagte sogar zu. Er behauptete jedoch: „Das Video ist gar nicht von mir, das ist ein anderer Mann. Das kann ich beweisen.“ Die Aufnahmen von seiner Frau beim Sex mit einem anderen Mann seien ihm nämlich selbst zuvor von unbekannten Instagram-Nutzern zugespielt worden.

Der 21-Jährige: „Ich war sehr sauer darüber und außer Kontrolle, weil sie mich mit der Hochzeit verarscht und verraten hat.“ Er selbst sei aber kein Vergewaltiger, ließ der Angeklagte durchblicken.

„Das ist gar nicht mein Handy“

Und auch den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, dass auf einem seiner Handys kinderpornografische Filme und Bilder sichergestellt worden sein sollen, wusste der 21-Jährige zu kontern. „Das ist gar nicht mein Handy gewesen“, hieß es beim Prozessauftakt vor der 8. Jugendkammer.

Die Belastungszeugin soll an einem der nächsten Prozesstage aussagen. Der Prozess

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