Freier erwürgt Prostituierte, weil er nicht bezahlen kann

Landgericht Dortmund

In einem ersten Prozess wurde der Mann wegen Totschlags verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat das Urteil nicht hingenommen und ist in Revision gegangen.

Hamm

01.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Landgericht Dortmund beschäftigt sich erneut mit dem gewaltsamen Tod einer Prostituierten.

Das Landgericht Dortmund beschäftigt sich erneut mit dem gewaltsamen Tod einer Prostituierten. © picture alliance/dpa

Der gewaltsame Tod einer Prostituierten in Hamm beschäftigt seit Mittwoch zum zweiten Mal das Dortmunder Landgericht. In einem ersten Prozess war der angeklagte Syrer wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Nach erfolgreicher Revision der Staatsanwaltschaft droht ihm in dem neuen Prozess nun eine Verurteilung wegen Mordes. Der Angeklagte und die aus Bulgarien stammende Prostituierte waren im September 2018 nachts auf einer Straße aufeinandergetroffen. Beide sollen sich auf die Erbringung sexueller Dienstleistungen geeinigt haben.

Der Angeklagte will sich erst später zu den Vorwürfen äußern

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der heute 26-Jährige dabei vorgab, Geld zahlen zu können. Erst im Nachhinein soll er der Frau mitgeteilt haben, gar kein Geld dabei zu haben. Laut Anklage würgte der Syrer die Prostituierte danach von hinten mit dem Unterarm. Dabei kam es zu einer zentralen Lähmung, an der die Frau schließlich starb.

Der Bundesgerichtshof hatte in der Revisionsentscheidung erklärt, dass als Mordmerkmal die Verdeckung einer anderen Straftat, nämlich des Betruges zum Nachteil der Prostituierten, in Betracht kommen könnte. Der Angeklagte erklärte am Mittwoch, er wolle sich erst später zu den Vorwürfen äußern.

dpa

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