Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Fußball: Lüner Stadien sind untauglich für die NRW-Liga

LÜNEN Ab der Fußball-Saison 2008/09 wird anstelle der Oberliga die neue NRW-Liga eingeführt. Es scheint, als wolle der DFB dort nur den Vereinen mit reichlich Geld auf dem Konto einen Platz einräumen. Für den Lüner SV und den BV Brambauer, die sportlich derzeit sowieso nicht dran sind, kommt aber auch infrastrukturell ein Aufstieg nicht mehr in Frage.

von Von Bernd Janning und Marcel Kling

, 25.02.2008

Die Kluft zwischen Profi- und Amateurfußball wächst. Wie sonst lässt sich der 72-seitige DFB-Katalog mit seinen utopischen Anforderungen erklären? Jetzt haben betroffene Vereine ihrem Unmut bei einer Informations-Veranstaltung in der Sportschule Duisburg-Wedau Luft gemacht.

Separate Eingänge für Heim- und Gästefans, ein Gästeblock mit 2,20 Metern Zaunhöhe, VIP-Parkplätze und eine Kabinengröße von 40 Quadratmetern - das sind nur einige der mit hohem finanziellen Aufwand verbundenen Auflagen, die die NRW-Ligisten in Zukunft erfüllen müssen.

Das Paradoxe daran: Auf dem Papier wird die Liga abgewertet. Mit Gründung der neuen dritten Liga wird die jetzige Oberliga nicht mehr die vierte, sondern fünfte, die Verbandsliga mit dem Lüner SV 45 und dem BV Brambauer 13/45 die sechste Liga sein. Trotzdem werden die Klubs häufiger zur Kasse gebeten.

Knipping: "Eine Unverschämtheit!"

"Eine Klasse tiefer, keine Fernsehgelder mehr und dann noch fünf Prozent von den Einnahmen haben wollen. Das ist doch eine Unverschämtheit!" schimpfte Leo Knipping, Geschäftsführer des BV Brambauer 13/45. "Ob der Lüner SV, oder wir. Sollte einer von uns überhaupt die Qualifikation für zur NRW-Liga schaffen, kann er doch nicht auf Unterstützung durch die Stadt hoffen. Die ist doch blank!", fügt Knipping hinzu.

Dankwart Ruthenbeck, Sportlicher Leiter des BV Brambauer, schüttelt auch nur den Kopf. "Der DFB bringt es noch so weit, dass keiner mehr in dieser Liga spielen will. Diese Pläne mögen zwar im Einzelfall begründet sein. Aber es sollte doch erst einmal Erfahrung in der neue Liga gesammelt werden. Verband, Politik und Verwaltung haben bald erreicht, dass wir Ehrenamtlichen ganz die Lust verlieren!"

Die neue Glückauf-Arena hat zwei Eingänge. Aber bislang tummeln sich dort nur mehr als 1000 Fans, wenn das Lokalderby gegen den Lüner SV angepfiffen wird. Bei den Rot-Weißen wäre man in der Kampfbahn Schwansbell, die auch über zwei Eingänge verfügt, überhaupt froh, endlich mehr als zwei Kabinen, die auch den heutigen Ansprüchen entsprechen, zu haben.

Keine Chance für den LSV

LSV-Geschäftsführer Peter Marx: "Schwansbell ist nicht NRW-Liga-tauglich. Für uns muss es auch nicht sein. Parallel plant der DFB ja das dritte Sonntagsspiel in der Bundesliga. Das schadet nur uns Amateurklubs. Bei uns wird nichts passieren, solange die Stadt nicht in der Lage ist, unserer Stadion umzubauen!"

Richtig Stimmung herrscht derzeit in Schwansbell auch nur, wenn der BV Brambauer antritt. Ansonsten hält sich der Publikumszuspruch mit um 200 derzeit in Grenzen.

Bei den neuen Statuten wird sich jeder Vorstand wohl dreimal überlegen, ob ein Aufstieg - in naher Zukunft - überhaupt erstrebenswert ist. Die Vereine mit der bereits vorhandenen Infrastruktur wie Wattenscheid, Velbert, Herne oder Rheine, dazu einige Bundesliga-Reserven - sieht so die Zukunft der NRW-Liga aus?

 

Lesen Sie jetzt