Gelsenkirchen: MLPD will umstrittene Lenin-Statue am Samstag enthüllen

Gegendemonstrationen geplant

Hochumstrittene Aktion: Am Samstag will die Partei MLPD in Gelsenkirchen eine Lenin-Statue aufstellen. Die Kommune startet dagegen jetzt ein Aufklärungsprojekt - #keinplatzfuerlenin.

Gelsenkirchen

20.06.2020, 08:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Diese Statue des russischen Revolutionsführers Lenin (1870-1924) soll ab Samstag vor der Parteizentrale der MLPD in Gelsenkirchen stehen.

Diese Statue des russischen Revolutionsführers Lenin (1870-1924) soll ab Samstag vor der Parteizentrale der MLPD in Gelsenkirchen stehen. © picture alliance/dpa

Die linksextremistische Partei MLPD will an diesem Samstag vor ihrer Zentrale in Gelsenkirchen eine Statue des russischen Revolutionsführers Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) aufstellen.

Lenin: Vorkämpfer für Freiheit oder Unterdrückung?

Die Aktion ist hochumstritten: Ein von der Stadt erlassener Baustopp war vom Oberverwaltungsgericht NRW kassiert worden. Lenin stehe für Gewalt, Unterdrückung, Terror und schreckliches menschliches Leid, hatte die Bezirksvertretung Gelsenkirchen-West in einer Resolution festgestellt.

Die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner hält Lenin dagegen für einen „weltgeschichtlich bedeutenden Vordenker und Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie für die Massen“. Zu der feierlichen Enthüllung der öffentlich sichtbaren Statue erwartet die vom Verfassungsschutz beobachtete Partei mehr als 300 Gäste.

Stadt setzt auf Aufklärung: Ausstellung über Geschichte des Kommunismus

Die Statue wurde 1957 in der Tschechoslowakei gegossen. Sie ist über zwei Meter groß. Zwei Gegendemonstrationen sind angekündigt. Nachdem sie die Aufstellung nicht verhindern konnte, setzt die Stadt auf Aufklärung: Unter dem Titel #keinplatzfuerlenin startet die Kommune ebenfalls am Samstag ein Online-Videoprojekt, in dem sich Experten über die Aufstellung äußern.

Die Stadt will die Beiträge auf verschiedenen Social-Media-Kanälen veröffentlichen. Sie sollen zu weiterer Diskussion und zum Austausch von Argumenten anregen. Seit Freitag zeigt die Stadt im benachbarten Schloss Horst außerdem eine Ausstellung über die Geschichte des Kommunismus.

dpa

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