Gesamte Niederlande als Risikogebiet eingestuft - das gilt nun für Urlauber

Coronavirus

In der Niederlande steigen die Corona-Fallzahlen weiter stark an - die Regierung hat deswegen verschärfte Maßnahmen beschlossen. Was gilt jetzt bei einer Einreise in die Niederlande? Ein Überblick.

Amsterdam

, 16.10.2020, 12:22 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Niederlande haben die Maßnahmen zu Bekämpfung des Coronavirus drastisch verschärft.

Die Niederlande haben die Maßnahmen zu Bekämpfung des Coronavirus drastisch verschärft. © picture alliance/dpa

Seit Tagen steigen die Coronavirus-Fallzahlen nicht nur in Deutschland wieder stark an - vor allem unser Nachbarland, die Niederlande ist massiv vom Coronavirus betroffen, täglich kommen mehrere Tausend Infektionen hinzu. Am Dienstag dann die Reaktion der niederländischen Regierung: Ministerpräsident Mark Rutte kündigte in Den Haag einen „Teil-Lockdown“ an. Kneipen, Cafés und Restaurants werden geschlossen, die Maskenpflicht wird ausgeweitet.

Die Bundesregierung hat bereits vor etwas mehr als einer Woche reagiert und die gesamte Niederlande als Risikogebiet eingestuft. Das Auswärtige Amt warnt vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Niederlande“. Das ausschlaggebende Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet sind die Infektionszahlen der vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Welche Provinzen und Städte sind aktuell von den Reisewarnungen betroffen? Was gilt für Reisende, die in die Niederlande fahren wollen oder wieder zurück kommen? Und welche Corona-Regeln gelten vor Ort? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Für welche Provinzen gelten die aktuellen Reisewarnungen?

In inzwischen allen Provinzen (Nordholland, Südholland, Utrecht, Nord Brabant, Groningen, Gelderland, Flevoland, Drenhe, Overijssel, Limburg, Zeeland und Friesland) liegen die Inzidenzen laut Auswärtigem Amt derzeit bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage. Das bedeutet, dass all diese Provinzen als Risikogebiet eingestuft worden sind. Die bei Urlaubern besonders beliebte Provinz Zeeland gilt ab Samstag, 17. Oktober, ebenfalls als Risikogebiet. Lange Zeit war das die einzige Provinz ohne Reisewarnung.

Durch die Einstufung der genannten Provinzen in Risikogebiete, sind auch die Großstädte Amsterdam, Den Haag und Rotterdam von den Reisewarnungen betroffen. Ebenfalls betroffen sind die Großstädte Alkmaar, Haarlem, Leiden, Dordrecht, Utrecht, Eindhoven und Nimwegen.

Ist die Einreise in die Niederlande von Deutschland aus beschränkt?

Nein, zwischen der Niederlande und Deutschland finden keine Grenzkontrollen statt. Die Einreise für Reisende aus Deutschland ist uneingeschränkt möglich. Generell gilt, dass Reisende aus Ländern, deren Gesundheitsrisiko gleich oder niedriger als das der Niederlande eingestuft ist, einreisen können. Deutschland ist als gleich eingestuft. Reisende, die mit dem Flugzeug in die Niederlande einreisen wollen, brauchen ein Gesundheitsformular der niederländischen Regierung.

Was müssen deutsche Reiserückkehrer aus den Risikogebieten beachten?

Das Bundesgesundheitsministerium sieht vor, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten verpflichtet sind, sich nach der Einreise umgehend und auf direktem Weg in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben. Einreisende können in NRW von der Pflicht zur häuslichen Quarantäne befreit werden, wenn ein Corona-Test nachweislich negativ ausgefallen ist. Der Test muss allerdings maximal 48 Stunden vor der Einreise durchgeführt worden sein. Wer erst nach der Einreise einen Test machen lässt, muss das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren.

Ausnahme: Tagespendler in die Niederlande oder Besucher von grenznahen Einkaufzielen wie Roermond müssen bei der Rückfahrt nach Deutschland keinen negativen Coronatest vorweisen oder in Quarantäne. Das geht aus der seit dem 7. Oktober 2020 gültigen Einreiseverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen hervor. Demnach sind Personen, die sich weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufhalten von der Meldepflicht wegen möglicher Corona-Infektionen ausgenommen.

Können Touristen gebuchte Reisen in die Provinzen stornieren?

In der Regel schon. Ob und wie viel Geld man zurück bekommt, hängt von der Art der Reisebuchung ab. Bei Pauschalreisen in Regionen, die als Risikogebiet eingestuft worden sind, ist eine kostenfreie Stornierung möglich. Es besteht ein Anspruch auf eine Erstattung des Reisepreises. Anders sieht es aus, wenn die Unterkünfte und Verbindungen selbst zusammengestellt und gebucht worden sind. Dann muss man auf Kulanz der Anbieter hoffen. Da auf viele Niederlande-Touristen die zweite Variante zutrifft, gestalten sich die Stornierungen generell als schwierig.

Welche Corona-Regeln gelten in der Niederlande?

Seit dem 14. Oktober gelten die neuen, verschärften Maßnahmen der niederländischen Regierung. Bis zum 27. Oktober wird die Regierung prüfen, welche Maßnahmen in der darauf folgenden Zeit erforderlich sind. Bis dahin gilt weiterhin eine Maskenpflicht in allen öffentlichen Räumen und Einrichtungen, wie Geschäften, Museen oder Bibliotheken.

Alle Einrichtungen, die Speisen und Getränke anbieten, müssen schließen. Take-away ist weiterhin möglich. Standorte mit einer kombinierten Funktion müssen den Bereich schließen, in dem Speisen und Getränke serviert werden. Einzelhandelsgeschäfte müssen bis spätestens 20 Uhr schließen. Ab dieser Uhrzeit ist zudem der Verkauf von Alkohol verboten. Das gleiche gilt auch für den Verkauf von Cannabis in den Coffeeshops.

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Restaurants und Cafés müssen um 22 Uhr schließen und dürfen ab 21 Uhr niemanden mehr einlassen. Tische gibt es nur auf Reservierung vorab oder an der Tür. Besuche zu Hause, im Garten oder auf dem Balkon sind auf drei Gäste beschränkt.

Besuche zu Hause, im Garten oder auf dem Balkon sind auf drei Gäste beschränkt. In anderen Gebäuden als der eigenen Wohnung können maximal vier Personen eine Gruppe bilden. Kinder bis einschließlich 12 Jahre zählen nicht. Das bedeutet, dass für einen Haushalt oder maximal vier Personen, ausgenommen Kinder, eine Reservierung in einem Kino oder Restaurant vorgenommen werden kann. Die Zahl von Veranstaltungsteilnehmern wird pro Raum auf 30 Personen beschränkt und weitere lokale Maßnahmen bleiben vorbehalten.

Museen sind geöffnet, die Besucherzahl wird aber über vorherige Online-Buchungspflicht reguliert. Strände sind geöffnet, es besteht jedoch die Möglichkeit von regulierenden Sperrungen von Parkplätzen und Zufahrten. Mögliche Einschränkungen bei Unterkünften sollten direkt dort erfragt werden.

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