Gescheraner nach heimtückischem Mord zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt

hzFreund erstochen

Das Landgericht Münster hat einen 52-jährigen Gescheraner wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Es war ein Indizienprozess, an dessen Ende das Mordurteil stand.

von Manuela Reher

Gescher

, 19.12.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seinen 48-jährigen Freund mit 15 Messerstichen am Neujahrstag 2019 in dessen Wohnung am Amselweg getötet hat – vermutlich aus Wut darüber, dass das Opfer ihn wegen einer Körperverletzung im Vorfeld angezeigt hat.

Der Täter habe sein argloses, stark alkoholisiertes Opfer im Badezimmer heimtückisch attackiert, hieß es in der Urteilsbegründung am Landgericht.

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Mit dem Fahrrad und einem Messer in der Tasche war der Angeklagte am Neujahrestag zur Wohnung seines Freundes gefahren. Nach einem kurzen, heftigen Wortwechsel kam es zu dem Messerangriff.

Der Angeklagte hatte am Silvestertag 2018 eine Ladung zu einem Gerichtstermin wegen einer Körperverletzung an seinem Freund erhalten. Daher sei er offensichtlich in Wut geraten, stellte das Gericht fest.

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Denn er habe wegen einer früheren gefährlichen Körperverletzung im Jahre 2014, für die er bereits eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten verbüßt hatte, befürchten müssen, wegen der Wiederholungstat hart bestraft zu werden.

Als Motiv für den Mord könne aber auch eine Rolle gespielt haben, dass es in der sexuellen Beziehung zwischen Täter und Opfer Unstimmigkeiten gegeben habe. Das Gericht stellte zum Beispiel fest, dass das Opfer den Geschlechtsverkehr mit dem Angeklagten gefilmt hatte.

Zeugin beobachtete Täter im Treppenhaus

Vor Gericht hatte eine Zeugin beschrieben, dass sie den Angeklagten im Treppenhaus gesehen hatte. Sie beschrieb, wie er in die Wohnung des Opfers ging. Dann habe sie eine heftige verbale Auseinandersetzung gehört und ein „Bollern“, als wenn jemand zu Boden gefallen sei.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert.

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