Halter können ihre Hunde mit Corona anstecken

Coronavirus

Wissenschaftler haben bei einer genetischen Untersuchung belegt, dass sich Hunde teilweise bei ihren Besitzern anstecken. Krank erschienen die Hunde bei den Tests nicht.

18.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hunde können sich bei ihren Besitzern mit dem Coronavirus anstecken – allerdings nur in seltenen Fällen.

Hunde können sich bei ihren Besitzern mit dem Coronavirus anstecken – allerdings nur in seltenen Fällen. © picture alliance/dpa

Hunde können sich bei ihren Besitzern mit dem Coronavirus anstecken – allerdings nur in seltenen Fällen. Bei zwei von 15 untersuchten Tieren wiesen Wissenschaftler eine Infektion nach, wie sie im Fachmagazin „Nature“ berichten. Ob infizierte Hunde andere Tiere oder Menschen anstecken können, sei unklar. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Haustiere eine Rolle bei der gegenwärtigen Ausbreitungswelle gespielt hätten.

Malik Peiris von der University of Hong Kong und seine Mitarbeiter hatten unter anderem Abstriche aus Rachen und Nase sowie Blutproben von insgesamt 15 Hunden untersucht, die aufgrund der Covid-19-Erkrankung ihrer Besitzer in Obhut einer staatlichen Behörde gekommen waren. Bei zwei Tieren konnten sie Sars-CoV-2 nachweisen – bei einem 15 Jahre alten Zwergspitz und einem zwei Jahre alten Deutschen Schäferhund.

Infizierte Hunde hatten keine Symptome

Die Wissenschaftler verglichen den genetischen Aufbau des Virus mit dem der Besitzer und stellten fest, dass er identisch war – die Hunde schienen sich also bei ihren Besitzern angesteckt zu haben. Die Proben der beiden Haushalte unterschieden sich hingegen deutlich voneinander.

Krank erschienen die Hunde nicht – auch wenn der Zwergspitz zwei Tage nach der Entlassung aus der Quarantäne starb. Er sei sehr alt gewesen und habe schwere Vorerkrankungen gehabt, darunter Herz- und Nierenprobleme, schreiben die Wissenschaftler. Bei einem weiteren Hund, der mit dem infizierten Schäferhund im gleichen Haushalt lebte, wiesen die Forscher keine Viren nach.

Keine Coronavirus-Epidemie unter Haustieren

Dass das Virus unter Haustieren nicht sehr verbreitet ist, legt nach Angaben der Wissenschaftler eine frühere Untersuchung nahe. Darin hatten Wissenschaftler 4000 Proben von Hunden, Katzen und Pferden untersucht, die an Orten lebten, an denen das Coronavirus sich gerade unter Menschen verbreitete. Bei keinem Tier wiesen die Wissenschaftler eine Infektionen nach.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass der Erreger vor allem durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch weitergegeben wird. Covid-19-Patienten sollten beim Umgang mit ihren Haustieren dennoch Vorsicht walten lassen und die grundlegenden Hygiene-Regen beachten – sich etwa nach dem Umgang mit Tieren die Hände waschen.

In der Vergangenheit wurde auch von einigen Fällen berichtet, in denen sich Katzen vermutlich bei ihren Besitzern angesteckt hatten, etwa in Hongkong, Frankreich und den USA. Der Weltorganisation für Tiergesundheit zufolge hätten unter Laborbedingungen Katzen andere Katzen anstecken können. Sie schienen anfälliger zu sein als etwa Hunde und könnten auch selbst erkranken.

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