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Diskussion über Jugendkriminalität

HALTERN Ein brisantes Thema versachlichen, darum ging es der Jungen Union am Dienstagabend. Dazu hatte sich der Stadtverband mit Klaus-Jürgen Miegel einen Experten eingeladen.

von Von Daniel Maiß

, 20.02.2008
Diskussion über Jugendkriminalität

Klaus-Jürgen Miegel (r.) klärte für die JU-Mitglieder einige Fakten zum Bereich der Jugendkriminalität.

Miegel gab einen umfassenden Einblick in die „Jugendkriminalität“. Der Leiter der sozialen Dienste ist zusätzlich auch Stadtjugendpfleger. „Ich arbeite seit 1984 für die Stadt und habe dabei alle Bereiche der Jugendhilfe abgedeckt“, erläuterte Miegel zunächst seinen persönlichen Hintergrund. „Die Jugendgerichtshilfe ist aber mein Steckenpferd“, so der 51-Jährige. Nach der kurzen Einleitung räumte Miegel erst einmal mit einigen Statistiken auf, die durch die Medien geisterten.

„Es gibt in Deutschland keine Zunahme von Jugendkriminalität, die Statistik ist sogar rückläufig.“ Allein die Anzahl bestimmter Gewalttaten hätten in den vergangenen Jahren zugenommen. Miegel betonte: „Es gibt kein Gesetzesdefizit, nur ein Vollzugsdefizit.“ Der Experte erklärte eindringlich, dass es kein besseres und vollkommeneres Gesetz als das Jugendgerichtsgesetz gebe. Nur bei der Ausführung hapere es. Oft würde es viel zu lange dauern, bis es zu einer Verhandlung kommt.

Im Anschluss gab der 51-Jährige einen Einblick in die Halterner Jugendkriminalitäts-Statistik. Auffällig war dabei der doppelt so hohe Prozentsatz im Bereich der Ermittlungsverfahren gegen junge Ausländer gegenüber Deutschen. „Das hat viele Gründe, hier müssen Politik und Gesellschaft die Voraussetzungen schaffen, dass sich diese Zahl schnell ändert, dass diesen jungen Ausländern geholfen wird“, forderte der Jugendhilfe-Experte.

Gute Zusammenarbeit

Miegel lobte anschließend die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schulen in Haltern. „Es gibt viel Angebote, die Kooperation läuft sehr gut.“ Dennoch sieht er auch Handlungsbedarf. „Eigentlich sollte jede Schule einen Schulsozialarbeiter haben.“ Immer wieder lud Miegel in seinem kurzweiligen Vortrag zu Zwischenfragen ein, die Zuhörer kamen dieser Aufforderung auch nach. „Uns interessierte die Situation vor Ort, da hatten wir mit Klaus-Jürgen Miegel den perfekten Mann eingeladen“, freute sich der JU-Vorsitzende Philipp Griesbach über einen gelungenen Abend

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