Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ds hat es mit den neuen Verkehrszeichen in der Halterner Innenstadt auf sich

Generationenparkplätze

HALTERN. Die Stadt Haltern hat Generationen-Parkplätze rund um die Innenstadt eingerichtet. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Haltern

von Otto K. Rohde

, 10.01.2019
Ds hat es mit den neuen Verkehrszeichen in der Halterner Innenstadt auf sich

Dieses Schild weist zwei Generationenparkplätze am Kärntner Platz aus. © Benjamin Glöckner

Aufmerksamen Autofahrern sind die neuen Schilder bei der Parkplatzsuche sicher schon aufgefallen. Rund um den Stadtkern wurden einige vorhandene Parkplätze mit einem neuen Zusatzzeichen zu Generationenparkplätzen.

Doch manchem Fahrzeugführer wird sich die Bedeutung dieses nichtamtlichen Zusatzzeichens trotz der aufgebrachten Logos möglicherweise nicht ohne Weiteres erschließen. Hier sind die Vorgeschichte und die Auflösung des Rätsels: Der Seniorenbeirat der Stadt Haltern am See (SBR) als Mitglied in der Kreisarbeitsgemeinschaft der Seniorenbeiräte im Kreis Recklinghausen hat sich für solche Generationenparkplätze gegenüber Landrat Cay Süberkrüb eingesetzt. Der wiederum hat dieses Anliegen an alle Bürgermeister im Kreisgebiet weitergeleitet.

70 Prozent schwere Gehbehinderung reicht nicht aus

Die Verwaltung hat die rechtliche Situation geprüft und festgestellt, dass „der Zugang zum Schwerbehindertenparkausweis (und damit zum Schwerbehindertenparkplatz) mit dem in 2017 in Kraft getretenen Bundesteilhabegesetz neu formuliert worden ist. Der Personenkreis für das ‚Merkzeichen aG‘ mit Anspruch auf Nutzung der breiten Stellplätze umfasst danach jene Menschen, die sich wegen der Schwere der Behinderung nur mit Hilfe oder nur mit Anstrengung außerhalb des Autos bewegen können. Hierzu zählen Personen, die bereits für sehr kurze Entfernungen auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Durch ministeriellen Erlass wurde darüber hinaus sichergestellt, dass auch Menschen ohne außergewöhnliche Gehbehinderung, aber mit einem 70-prozentigen Grad einer Gehbehinderung, Parkerleichterungen zugestanden werden. Schon dieser Personenkreis darf allerdings nicht mehr die breiten Stellplätze für Schwerbehinderte (mit Rollstuhlfahrersymbol) nutzen.“

Neues Schild soll Grauzone abdecken

Doch was ist mit den Menschen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, zum Beispiel ältere Menschen, die sich auf eigenen Füßen nicht mehr ohne eine Begleitperson, einen Rollator oder Gehstock bewegen können, oder mit Kindern unterwegs sind und einen Kinderwagen, Dreirad oder Roller und vielleicht noch den schweren Einkauf dabei haben? Diese „Grauzone“ zwischen dem Behinderten- und dem jedermann zugänglichen Parkplatz soll das neue Verkehrsschild abdecken. Doch das neue Schild braucht freiwillige Akzeptanz: Das Zusatzzeichen „Generationenparkplatz“ soll als Appell verstanden werden. Wer künftig bei der Suche nach einem Platz für sein Fahrzeug auf einen freien Generationen-Parkplatz trifft und keine besonderen Umstände geltend machen kann, sollte im Interesse seiner Mitmenschen mit den oben näher beschriebenen Bedarfen auf die Nutzung verzichten.

Lesen Sie jetzt