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Ein Hauch von Reeperbahn

HALTERN Die Plattdeutsche Bühne feierte am Sonntagnachmittag Premiere in der Aula des Schulzentrums: "Henroch mäck mobil" heißt der Schwank in drei Akten, der dem Publikum bestens gefiel.

von Von Rudolf Marwitz

, 03.02.2008
Ein Hauch von Reeperbahn

"Henrick mäck mobil", hieß es in der Aula.

Der Bauer Henrich Butenbeck (Uli Backmann) träumt vom großen Geld. Mit der Landwirtschaft lässt sich das nicht verdienen. Ferien auf dem Bauernhof ist die Devise. Das Vieh wird abgeschafft, der Mist stinkt sowieso und ist nichts für die feinen Nasen der Städter.

Der Bauer plant eine Fremdenpension und stößt damit auf den Widerstand von Frau Frieda und Tochter Lore, gespielt von Maritha Hütter und Manuela Mazorek. Kühe weg, dafür Ochsen aus der Stadt. "So daösig kann nur ener küem, dä von't Raothuus kuommt."

Lustspiel in drei Akten

Als verhängnisvoll für den weiteren Verlauf des Lustspiels in drei Akten der Plattdeutschen Bühne Haltern, das gestern in der Aula des Schulzentrums Premiere hatte, entpuppte sich die Idee des Postboten Wilm (Karl- Heinz Füßner). Er kennt sich aus in der Welt, war schon mal auf dem Postkongress in Hamburg, wo die Nächte lang sind. Seine Idee: eine Pension - nicht ganz jugendfrei- mit einem Hauch von Reeperbahn. Die beste Stube wird umgekrempelt. Alles in leuchtendem Rot: Vorhänge, Mobiliar, Beleuchtung, sogar die Badewanne - alles wie in Hamburg.

Nur eine Sense an der Wand ist das Relikt einer ehemaligen Landwirtschaft. Auch Lores Freund, Jungbauer Fred (Reiner Gerdes), findet die Idee nicht schlecht. Wohl aber, dass Freundin Lore "Kleeder antrecken mott, wo man döarkieken kann". Die ersten Gäste haben schon gebucht. Urlaub auf dem Bauernhof... Doch die Enttäuschung ist groß. Oberstudienrat Dr. Franz Hoppesiel (Hans- Erich Meinker) möchte Tierstimmen mit dem Tonband einfangen. Gattin Mia (Doris Ni klas) sucht den Reiz des ländlichen mit blökendem Vieh. Als Sohn Peter (Benjamin Klempert) die missglückten Ferien auf dem Bauernhof "einen Alternativurlaub zwischen Heimatmuseum und Bauernpuff" und die Pension eine Kitschbude nennt, hat Bauer Henrich die Nase voll und setzt die "ganze Bagage" vor die Tür.

Happy End

Ein plattdeutsches Lustspiel hat natürlich ein Happy End. Wilm ist mit seinem Projekt gescheitert. Im dritten Akt wird aus der Kitschbude wieder eine gemütliche Bauernstube. Die Familie des Schulmeisters aus Wanne-Eikel hat sich zum Bleiben entschlossen. Mia Hoppesiel interessiert sich für die ländliche Küche nach uralten Rezepten. Statt Nasi-Goreng gibt es wieder "Kartuffelpannkoken und Bookweitenhenrich.

Weitere Termine von "Henrich mäck mobil": Samstag (9.2.), 19.30 Uhr, sonntags (10./17.2.), 16.30 Uhr, Aula.

 

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