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High Tech trifft Tradition

Hermann Fimpeler begleitete Handwerkergruppe nach Schanghai und Peking

31.05.2007

Der stellvertretende Landesinnungsmeister des Glaserhandwerks begleitete eine 23-köpfige Delegation nach Peking und Schanghai. Berufskollegen aus ganz Deutschland machten sich unter seiner Führung ein Bild von der wachsenden Wirtschaftsmacht China. «Die Chinesen haben westlichen Standard erreicht, aber wir reden nur von Peking und Schanghai», sagte Hermann Fimpeler und zieht damit einen Vergleich zu seinem ersten Besuch 1991. «Arbeitsbedingungen und -schutz haben sich», so empfand es Hermann Fimpeler, «westlichen Maßstäben angepasst.» In einer Fabrik, in der Kupfervasen hergestellt werden, arbeiteten Frauen noch vor Jahren mit bleihaltigen Farben und befeuchteten die Borsten regelmäßig mit der Zunge. Heute gebe es Absaugvorrichtungen und Mundschutz, nannte der Halterner Handwerksmeister ein Beispiel. Ziel der Reise war in erster Linie, sich ein Bild von der Entwicklung der chinesischen Glas- und Beschlagindustrie zu machen. In Schanghai war eine Glasmesse deshalb erster Anlaufpunkt. Die Gruppe begutachtete fachmännisch die vielfältigen Kopien von Werkzeugen bis hin zu Beschlägen, die zu günstigen Preisen auf den Markt geworfen werden. «Hier wächst Konkurrenz», urteilte Hermann Fimpeler, allerdings seien deutsche Norm, optimale Qualität und Planität noch lange nicht erreicht. Dennoch erschließen sich die Chinesen mit starken Preisen überall Märkte dank konkurrenzloser Löhnen ab 100 Euro im Monat. Allerdings bewege sich auch für Arbeitnehmer viel. 40-Stunden-Woche bei fünf Arbeitstagen, zehn Tage Urlaub, staatliche Krankenversicherung und Rente seien inzwischen auch in den großen Metropolen gesichert. «Auf dem Land sieht das natürlich ganz anders aus.» Auf den Straßen begegnete den Handwerkern ein starkes Kontrastprogramm. High Tech trifft auf Tradition, wenn sich ein Glasermeister mit Fahrrad und Anhänger durch die Straßen Schanghais zwängt und gleich um die Ecke Arbeiter mit modernster Technik die Glasfassade an ein 490 Meter hohes Gebäude montieren. In Peking notierten die Reisenden einen atemberaubenden Bauboom. Hermann Fimpeler: «Hier merkt man, dass Olympia naht.» Elisabeth Schrief

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