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Hommage an Zarah Leander

Am Samstagabend fand das musikalische Theaterspiel „Zarahlilawen- Hommage an Zarah Leander“ im Alten Rathaus statt. Helga Wolf (Gesang) und Wladimir Gortikov (Klavier) zeichneten das Leben einer der letzten großen Diven des 20. Jahrhunderts nach.

von Von Jana Prasse

, 17.02.2008
Hommage an Zarah Leander

Eine der letzten großen Diven: Helga Wolf als Zarah Leander.

Der Beginn: Ein Mann setzt sich wortlos an das Klavier auf der Bühne, kurz darauf folgt ihm eine Frau mit tiefroten Lippen und dunkelbraunen Locken. Das Telefon klingelt und sie antwortet mit der unverkennbar tiefen und sonoren Stimme „Leander“. Die Produktion des Hörtheaters NRW berichtete vom Durchbruch 1929, als sie dem schwedischen Revuekönig Ernst Rolf vorsang und prompt engagiert wurde, von den ersten Filmproduktionen und ihrer ersten Ehe mit dem Schauspieler Nils Leander und schließlich von dem Vertrag mit der deutschen Ufa 1936, der sie endgültig zum Star und Großverdiener, aber auch Zeit ihres Lebens zum „politischen Idioten“ machte.

Doch wer war die, in der Nachkriegszeit von ihren eigenen Landsleuten verachtete Frau aus Schweden wirklich? „Zarah Leander einmal so darzustellen, wie es nur die Wenigsten bislang taten, fernab von den Behauptungen, sie sei Nationalsozialistin gewesen, das war die Intention für André Chrost und mich, dieses Theaterstück zu schreiben“, erläuterte Helga Wolf.

Bekannte Lieder

  Nach Liedern wie „Merci, mon ami“, „Kann denn Liebe Sünde sein“ und „Davon geht die Welt nicht unter“ wurde von Leanders zweiter Ehe mit Vidar Forsell, die nach 16 Jahren ebenfalls scheiterte, der Flucht 1942 aus Deutschland, den ruhigen Jahren auf ihrem geliebten Gut Lönö und ihrem Comeback in den frühen 50-er Jahren erzählt.

Bis zu ihrem letzten Auftritt in der Öffentlichkeit im Juni 1979 entstanden nicht nur zahlreiche Filme wie „Gabriela“ und Theaterproduktionen wie „Lady aus Paris“, sondern auch einige ihrer größten Hits wie „Servus, sagt die schöne Stadt der Lieder“. Auch in der Liebe schien Zarah Leander nun Glück zu haben, 1956 heiratet sie ihren letzten Mann, den Musiker Arne Hülpers, mit dem sie nach eigener Aussage bis zu seinem Tod eine „turbulente, aber sehr glückliche Ehe“ geführt habe. In den letzten Minuten des Theaterstücks sprach Leander davon, dass Franz Schuberts „An die Musik“ auf ihrer Beerdigung gespielt werden solle. „Ich denke, Gott hat uns Künstler zu etwas Besonderem gemacht, um den Menschen Freude zu bringen. Dafür bin ich sehr dankbar“, hieß es zum Abschluss des gelungenen Abends.

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