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Jeder Stich ist ein Beweis der Freundschaft

Judith Schneider-Schrief bestickte Fahne

17.05.2007

Haltern Heimat ? Freundschaft ? Tradition hat sich die 3. Kompanie auf die Fahne geschrieben. Judith Schneider-Schrief stickte diese Schützen-Philosophie auf Seide, Buchstabe für Buchstabe. Hat in 130 Arbeitsstunden mit Nadel und Garn nachgezogen und verfüllt, was die Kompanie vorleben will. Am Schützenfest-Samstag, 9. Juni, wird die 3. Kompanie erstmals ihre Standarte mit sich führen und während des Gottesdienstes in St. Sixtus von Dechant Bruno Pottebaum segnen lassen. Mit Judith Schneider-Schrief war ein Profi am Werk. Die 39-Jährige ist freischaffende Stickmeisterin. Bei der offiziellen Ausschreibung bekam sie von der 3. Kompanie den Zuschlag. ?Wer sich der Heimat verpflichtet fühlt, sollte auch bei der Vergabe von Aufträgen an Haltern denken?, kommentierte Hauptmann Klaus Lehmacher die Entscheidung. Es sei aber grundsätzlich gar nicht einfach gewesen, jemand qualifiziertes für dieses traditionelle Handwerk zu finden. Sieben Wochen lang zog sich Judith Schneider-Schrief, die mit Ehemann Norbert und den Kindern Anna (8) und Bastian (5) an der Kantstraße wohnt, in ihr gemütliches Atelier unterm Dach zurück. Zeichnete den Entwuf vor, übertrug ihn auf Pergament, löcherte die Umrisse der Motive und Buchstaben, legte das dünne Papier auf die Fahnenseide, streute Blaupulver über die Löcher und sah so das Muster auf dem Stoff wieder. Das Pulver fixierte sie anschließend mit Spiritus. Im nächsten Arbeitsschritt spannte sie die Fahnenseide auf und dann begann das Sticken mit spitzer Nadel und feinem Faden. Stunde um Stunde entstand die Standarte, auf die die 3. Kompanie der Schützengilde nun so stolz ist. ?Wir sind begeistert?, kommentiert Klaus Lehmacher das Ergebnis. Am Dienstag ging die Standarte in den Besitz der Kompanie über. Nadelmalerei heißt die Technik, die Judith Schneider-Schrief anwandte. Dabei werden die Stiche so ineinander geführt, dass keine Brüche zwischen den bunten Flächen entstehen. Eine aufwändige Arbeit, die gute Augen, viel Gefühl und künstlerische Begabung voraussetzt. Die 39-Jährige hat all diese Eigenschaften. Da genügt schon ein Blick an die Wände der Wohnung oder in ihre Alben, um sich von ihrer Perfektion zu überzeugen. Ihre Begeisterung für Schützenfeste beschränkt sich bei Judith Schneider-Schrief auf das Beobachten der Umzüge und das Mitfeiern beim Schanzensturm. Das kommende Gildefest aber betrachtet sie aus anderer Perspektive: Ihre Augen sind insbesondere auf die 3. Kompanie gerichtet, die ?ihre? Standarte mit sich führt, in die sie nicht nur Schaffenskraft, sondern gewiss auch Freundschaft investiert hat. esc

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