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"Kahlschlag" am Annaberg sorgt für Empörung

Keine Verbindung zum Radweg

Dass viele gesunde Bäume auf dem Annaberg abgeholzt werden, können Frank Schumann und Elisabeth Deutsch nicht nachvollziehen. Sie sehen auch keine Notwendigkeit im Hinblick auf den geplanten neuen Radweg.

HALTERN

von Von Elke Rüdiger

, 04.04.2012 / Lesedauer: 2 min

„Wenn ich mir überlege, wie viel Wald und Bäume hier in den letzten 20 Jahren abgeholzt wurden, seh‘ ich kaum noch Hoffnung“, warnt Frank Schumann. Auch Elisabeth Deutsch kritisiert den „Kahlschlag“ am Annaberg. Nicht nachvollziehen kann Schumann, dass neben dem bestehenden Radweg entlang der Dorstener Straße ein zweiter gebaut wird: „Geldverschwendung!“ Klimaveränderung, CO2-Ausstoß und Feinstaubbelastung, so Schumann, sorgten überall für Schlagzeilen, „nur nicht hier. Ist Haltern am See eine kleine Oase auf der Welt, an der alles vorbeizieht?“ Abholzungen am Lakeside Inn oder für Parkplätze an der Lippe würden jetzt vom Kahlschlag am Annaberg übertroffen. „Von der Straße aus sieht man die toten Baumstümpfe. Wirklich kranke Bäume stehen aber noch. Um was geht‘s da? Verkauf von Brennholz? Eine Seilschaft, die sich etwas zukommen lässt?“

„Diese Fällungen haben keinen Bezug zu dem Radweg, der dort entstehen soll“, findet Elisabeth Deutsch keine Erklärung. „Nur indirekt“, bestätigt Forstamtsrat Martin Frank. Der Experte war für die Fäll-Aktion auf dem kirchlichen Waldgrundstück zuständig. „Die Birken haben ihr natürliches Alter erreicht. Jetzt konnte das Grundstück normal bewirtschaftet werden. Ist die neue Route gebaut, geht das nur noch mittels Hubsteiger.“ Im Herbst bzw. Frühjahr erfolgen Nachpflanzungen – voraussichtlich mit (Hain-)Buchen und Sträuchern im Randbereich. Barbara Klask von der Pressestelle Regionalverband Ruhr (RVR), und Heinrich Jolk, Teamleiter Projekte Außenbereich, stellen klar, dass der kritisierte Kahlschlag nichts mit der Römer-Lippe-Route zu tun habe. Für die Verbindung der Römerlager in Xanten und Haltern wird die ehemalige Bahntrasse zwischen Wesel und Haltern zu einem regionalen Rad- und Wanderweg ausgebaut. Man erwartet eine starke touristische Nutzung durch Radler, Fußgänger, Kinderwagen und Inliner, der der vorhandene 1,8 bis 2 m breite Weg nicht gewachsen sei. Zudem soll der Neubau, sechs Kilometer zwischen Annaberg und Oelder Weg, kreuzungsfrei und kindersicher sein. Darüber herrsche Konsens zwischen Straßen.NRW, RVR, Stadt und Kreis. Mit der Freigabe der Etappe wird im April 2013 gerechnet.

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