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Kirche ist nicht der Kaufpark

HALTERN Die neue Entwässerungsgebühr ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. "Wir sind kein Wirtschaftsunternehmen. Für uns muss es eine Ausnahmegenehmigung geben", sagt etwa Karl-Heinz Gerritsen von der katholischen Zentralrendantur.

von Von Silvia Wiethoff

, 07.02.2008
Kirche ist nicht der Kaufpark

<p>Während die Retter des Sythener Freibads bereits aktiv sind, verhalten sich andere Eigentümer großer versiegelter Flächen abwartend und stecken den Kopf in den Sand. Wiethoff</p>

Da die Kirche keine kommerziellen Interessen wie der Kaufpark verfolge, könne man ihr für versiegelte Flächen nicht die gleichen Gebühren in Rechnung stellen. Sobald der Gebührenbescheid eintrifft, der laut Eigenbetrieb Stadtentwässerung ab sofort zugestellt wird, will Gerritsen Gespräche mit der Stadt aufnehmen.

Pfarrer Karl Henschel verweist für die evangelische Kirche darauf, dass die Gemeinden bereits im Vorfeld aktiv geworden seien, vor allem am Paul-Gerhardt-Haus und in Flaesheim.

Auf die Hoffnung der Stundung hat der gemeinnützige Freibadverein Sythen nicht gebaut. Die Mitglieder sind bereits tätig geworden, um einen 200 m langen Entwässerungsgraben für eine versiegelte Fläche von 5000 Quadratmetern anzulegen. "Wir sehen in der Gebührenordnung eine Chance, die Abwasserkosten zu senken", erklärte Vorstandsmitglied Rainer Rathmer.

Kosten-Nutzen

Die Stadtwerke mit ihrer Freizeitanlage Aquarell wollen dagegen erst einmal eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen, wie Bäderbeauftragter Heinz van Buer bestätigte. Versiegelte Flächen gibt es mit weit über 10 000 Quadratmetern genug, doch natürlich können die Stadtwerke eine Baumaßnahme nicht durch ehrenamtliche und somit kostenlose Arbeitskraft durchführen. "Ausgaben und Einsparungen müssen sich rechnen", so van Buer. In diesem Jahr steht deshalb erst einmal eine Dachsanierung auf dem Maßnahmenplan.

Weil die Stadt sich langfristig auf die neue Gebührensatzung einstellte, wurde die Versickerung vor allem an den Umbauten der Ganztagsschulen schon realisiert. Insgesamt geht es in Haltern um 100 000 Quadratmeter an öffentlichen Gebäuden sowie um weit über eine Million Quadratmeter städtische Straßen. "Das System führt zu mehr Gebührengerechtigkeit, weil jeder seine Kosten selbst tragen muss", so der kaufmännische Betriebsleiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung, Christian Hovenjürgen.

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