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Kopierverbot ist "Katastrophe"

HALTERN Seitenweise aus Schulbüchern kopieren – das geht seit dem 1. Januar offiziell nicht mehr. Das neue Urheberrecht setzt den Lehrern, wenn sie das Gesetz strikt befolgen, enge Grenzen.

von Von Elisabeth Schrief

, 18.02.2008
Kopierverbot ist "Katastrophe"

Ein neues Gesetz verbietet das ungenehmigte Kopieren aus Schulbüchern.

Sie müssen laut Erlass in jedem Falle die Einwilligung der Verlage einholen, wenn sie aus Schulbüchern, Arbeitsheften, Lernhilfen und Lernsoftware für den Unterrichtsgebrauch kopieren. „Wir werden uns gesetzeskonform im Sinne eines Schüler orientierten Unterrichts verhalten“, bezieht Realschulrektor Michael Weiand dazu diplomatisch Stellung. In Fächern wie Geschichte oder Politik beispielsweise brauche der Lehrer für den Unterricht zusätzlich aktuelle Literatur und dieses Quellenmaterial wird natürlich kopiert. In seinen 22 Jahren als Schulleiter habe es an der Realschule aber noch nie Probleme mit dem Urheberrecht gegeben.

Vielseitig bleiben

„In der Praxis ist dieses Gesetz eine ziemliche Katastrophe“, formuliert Birgit Eckert, Leiterin der Marienschule, sehr direkt. Das Budget gebe die Anschaffung weiterer Schulbücher über den üblichen Klassensatz hinaus nicht her. Für den Unterricht kopieren die Grundschullehrer täglich, um ein Thema aus unterschiedlichen Perspektiven aufzuarbeiten und Informationen aus verschiedenen Quellen zu beziehen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Verlage auf die neue Regelung scharf sind.“

Aufschub

Ulrike Jürgens vom Schulbuchverlag Westermann/ Schroedel/Diesterweg/Schöningh/Winklers aus Braunschweig weist auf ein Moratorium hin, mit dem Verlage den Schulen eine praktikable Lösung für das laufende Schuljahr anbieten. Danach dürfen die Lehrkräfte derzeit noch Kopien aus Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien im bisherigen Umfang fertigen. Kopieren ist erlaubt, soweit dies für die Unterrichtsgestaltung erforderlich ist. Ulrike Jürgens: „Die Lehrkräfte müssen die Erlaubnis dazu noch nicht bei uns einholen.“ Das Moratorium endet am 31. Juli. Derzeit verhandeln die Lehrerverbände mit der Kultusministerkonferenz über die Handhabung ab 1. August

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