Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Quirtana ist Flaschenfohlen

Zyranja ersetzt Mutterstute und passt höllisch auf

29.05.2007

Neben ihm grast friedlich Stute Zyranja. Ab und zu gibt sie der Kleinen einen Nasenstüber und bremst deren Ausgelassenheit. Wachsamer könnte eine Stutenmutter nicht sein. Doch Quirtana ist nur ihr Adoptivfohlen. Darüber ist Halter Adalbert Caesar heute glücklich. Bei der Geburt der kleinen Stute in der Nacht zum 1. Mai war der Sythener dabei, hatte eine Kamera im Stallgang installiert und die unruhig werdende trächtige Mutter im Blick. Dann kam Quirtana. Die Geburt verlief ohne Komplikationen, recht zügig begann das Fohlen, an der Stute zu trinken. Nach zwei Tagen führte Caesar, der schon mehrere Fohlen gezüchtet hat, die beiden auf die Weide. «Ich weiß nicht, was passiert ist. Die Mutter rastete völlig aus und griff ihr Fohlen an.» Er habe versucht, die beiden wieder zusammenzubringen, aber ohne Erfolg. Quirtana wurde von ihrer Mutter nicht mehr angenommen. Noch am selben Abend machte sich Caesar bei Tierärzten und in der Tierklinik schlau, wo es in der Umgebung eine Stute gab, die ihr Fohlen verloren hatte. Er lud Quirtana in den Pferdehänger und fuhr nach Amelsbüren. «Das Beste für ein verstoßenes Fohlen ist eine Amme», erklärt er. Die Annäherung klappte nicht. Zumindest Stutenmilch konnte Caesar abpumpen. Das tat er bei Quirtanas leiblicher Mutter auch. Alle zwei Stunden bekam die Kleine jetzt die Flasche. Der Stall wurde Caesars zweites Zuhause. Er schlief im Auto. Reitfreund Willi Sträter kam zum Zug. Dessen 25-jährige Stute Zyranja hatte selbst drei Fohlen und bereits einmal ein fremdes Fohlen angenommen. Auch wenn Quirtana hefti g an deren Zitzen saugte, lösten sich nicht mehr als ein paar Tropfen, satt wurde sie nicht davon. Durchhaltevermögen und starke Nerven bewies der 57-jährige Caesar, dessen Familie pferdebegeistert ist und mithalf. Die nächste Fahrt ging nach Niedersachsen. Die mögliche Amme verweigerte sich. Zurück im heimischen Stall mochte auch Stute Zyranja plötzlich von ihrem Ziehkind nichts mehr wissen. «Das wäre fatal», erkannte Caesar, «denn die soziale Erziehung kann nur eine Stute vermitteln». «Wir mussten sie überlisten», erinnert sich Sträter. In nebeneinander liegenden Ställen wurden beide wieder neugierig aufeinander. Seitdem passt Zyranja höllisch auf und wacht. Die täglichen Ausflüge auf die Weide genießen beide sehr. Durch die Handaufzucht mit der Flasche - heute bekommt sie achtmal Ersatzmilch in einen Bottich - reagiert Quirtana völlig ohne Scheu auf Menschen. Und die 25 Jahre alte Zyranja wird durch ihre Muttergefühle wieder jung. Vier bis fünf Monate bleiben die beiden zusammen. Bald reduzieren sich die Mahlzeiten auf sechs, später auf vier pro Tag. «Und nachts kann ich dann wieder durchschlafen», freut sich Caesar. Ellen Adam

Lesen Sie jetzt