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Rat verleiht einstimmig die Ehrenbürgerschaft

HALTERN Der gesamte Rat applaudierte am Donnerstagabend stehend nach Bodo Klimpels Rede zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Alexander Lebenstein.

von Von Thomas Liedtke

, 24.02.2008
Rat verleiht einstimmig die Ehrenbürgerschaft

Im Kreis von Halterner Schülern fühlt sich Lebenstein besonders wohl.

Der Bürgermeister rechnete nicht nur schonungslos mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ab, sondern würdigte auch die Verdienste Lebensteins. 1933 habe es eine Halterner Stadtverordnetenversammlung sehr eilig gehabt, die Ehrenbürgerschaft eines Adolf Hitlers zu beschließen. „Diese eilfertige Ergebensheitsadresse an den Führer und Reichskanzler erscheint uns heute nicht nur gänzlich unverständlich, sondern auch abstoßend und kriecherisch“, so Klimpel. Er vermutet, dass die Scham über diese Entscheidung Grund dafür ist, dass die Stadt in den letzten Jahrzehnten äußerst sparsam mit der Ehrenbürgerschaft umging. Die letzte Verleihung an den Pfarrer Johannes Grüter liegt mehr als fünf Jahrzehnte zurück.

Vermittler und Lehrer

Und jetzt Alexander Lebenstein. Nach Vertreibung und KZ-Aufenthalt sei er 1945 in seine Heimatstadt zurückgekehrt, die ihn jedoch keineswegs mit offenen Armen empfing, sondern anweisend und gleichgültig behandelte, erklärte der Bürgermeister. Lebenstein wanderte in die USA aus und kehrte erst 1992 auf Einladung der Schüler des Hans-Böckler-Berufskollegs nach Haltern zurück. Hier schloss er neue Freundschaften und fand eine Lebensaufgabe als Vermittler und Lehrer, der bei Schülern und Studenten für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben wirbt. „Ein Mann, der nach einem ebenso leidvollen wie erlebnisreichen Leben aus eigener Kraft und Einsicht eines solche Wendung schafft, der hat sich um unsere Gesellschaft verdient gemacht“, lobte Klimpel den neuen Ehrenbürger Dem konnten und wollten die Vorsitzenden der Ratsfraktionen nicht viel hinzufügen. Sie beschränkten sich auf wenige Sätze, in dem sie dem Bürgermeister für seine Initiative dankten und das Lob für Lebenstein bekräftigten

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