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Umstieg: Rapsöl soll Schulzentrum beheizen

HALTERN Schon im kommenden Winter soll in den Heizkesseln des Schulzentrums kein Palmöl mehr verbrannt werden, sondern Öl aus gelbem Raps.

von Von Thomas Liedtke

, 08.02.2008

Aus der Ukraine wird das Öl allerdings nicht kommen, auch wenn Politik und Stadtwerke fest entschlossen sind, dort in die Rapsölproduktion einzusteigen. Nach dem Besuch von Stadtwerke-Chef Bodo John und fünf Ratsmitgliedern in der Ukraine gab der Stadtwerke-Aufsichtsrat gestern grünes Licht für weitere Schritte. Gutachter sollen nun die wirtschaftlichen und rechtlichen Risiken untersuchen. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, sind die Stadtwerke bereit, bis zu drei Millionen Euro zu investieren. Die Stadtwerke hoffen dabei auf eine „ordentliche Rendite“, so WGH-Fraktionsvorsitzender Ludwig Deitermann. Pacht und Lohnkosten seien in der Ukraine deutlich niedriger als in Deutschland.

Weil Raps im Rahmen einer Fruchtfolge nur alle vier Jahre auf derselben Fläche angebaut werden kann, steigen die Stadtwerke automatisch auch in die Getreideproduktion ein. Dies alles soll gemeinsam mit der Firma Alensys geschehen, die ein ähnliches Projekt bereits mit den Stadtwerken Uelzen gestartet hat. Das geplante Vorgehen erläuterte Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Franz Tönnis am Freitag bei einer Pressekonferenz. Alensys und Stadtwerke sollen jeweils 50 Prozent einer Holding übernehmen, die in Deutschland beheimatet ist. Diese Gesellschaft will in der Ukraine 5000 Hektar pachten und später möglichst kaufen.

Deutscher Tochterbetrieb

Die Bewirtschaftung übernimmt ein ukrainischer Tochterbetrieb. Ein deutsches Ehepaar leitet die einheimischen Arbeiter an. Der erwartete Ertrag liegt bei 1500 Tonnen Öl im Jahr. Zum Vergleich: Der Verbrauch des Schulzentrums liegt bei rund 360 Tonnen. Es bleibt also noch viel Reserve, um das Geschäftsfeld „Wärmecontracting“ auszubauen. Allerdings ist es zumindest vorerst nicht geplant, das in der Ukraine gewonnene Öl in Haltern zu verfeuern. „Der Transport wäre zu teuer“, meint Bodo John. Deshalb soll das Rapsöl in der Ukraine mit Gewinn verkauft werden. Ihren Bedarf an Rapsöl kaufen die Stadtwerke auf dem deutschen Markt ein. „Langfristig wollen wir aber in Haltern mit unserem ukrainischen Öl heizen“, so Michael Zimmermann.

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