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ver.di-Streik erfasst auch Haltern

HALTERN "Seit 7 Uhr ist das Tor dicht, hier kommt keiner raus oder rein". Norbert Bornemann und seine gut 20 Kollegen sind der ver.di-Aufforderung gefolgt und bestreiken den Baubetriebshof.

von Von Daniel Maiß

, 22.02.2008
ver.di-Streik erfasst auch Haltern

<p>Glück gehabt: Helena Gerding aus Lippramsdorf konnte Bus fahren. Maiß</p>

Ärger gab es gestern keinen. "Alle die vorbei gefahren sind, haben uns mit Hupen und Hand-Signalen gezeigt, dass sie auf unserer Seite sind", freut sich Bornemann. Der Stimmung unter den Streikenden kann auch Regen und ungemütliche Temperaturen nichts anhaben.

40 Prozent sind organisiert

 Die Bauhof-Mitarbeiter haben sich mit Kaffee versorgt, ein kleines Feuer entfacht. "Ungefähr 40 Prozent des Hofes sind organisiert", erklärt Bornemann. Außer dem Betriebshof waren allerdings keine weiteren Einrichtungen betroffen. "Ob sich das nach der Tarifrunde ändert? Wir werden sehen", ist sich Bornemann nicht sicher, ob die Gespräche Anfang nächster Woche Erfolg bringen.

Erfolg hieße, dass die geforderten 8 Prozent mehr Lohn zumindest annähernd erreicht werden. Das fordert auch Andrea Becker. Die Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Emscher-Lippe Nord schaute gestern auch vorbei. "Euch sieht man ja schon von weitem, die Streikfront steht also", begrüßte Becker die Bauhof-Mitarbeiter. "Wir werden sehen, ob unsere Aktionen die Arbeitgeber beeindruckt haben", so Becker.

Spielraum in Liechtenstein

Einen Seitenhieb Richtung Wolfgang Schäuble, der die Gespräche für die Arbeitgeber-Seite führt, gab es auch noch: "Der hat gesagt, es gebe keinen Spielraum. Der soll mal nach Liechtenstein fahren, da hat er seinen Spielraum!" Betroffen vom Streik waren auch die Busse. Mit einer Ausnahme. Die Linie 298 fuhr regelmäßig. Das hatte einen einfachen Grund. Sie gehört dem Regionalverkehr Münsterland (RVM) an. Der wurde zwar auch bestreikt, die 298 wird aber von einem privaten Unternehmen betrieben.

Wer ansonsten nicht auf private Autos zurück griff, der rief sich ein Taxi. "Ein wenig mehr Aufträge als sonst hatten wir schon, der Wahnsinn war es aber nicht", erklärt Andreas Pieper vom gleichnamigen Unternehmen. Auch seine Kollegen Tembaak und Geldermann verzeichneten einige zusätzliche Fahrten. Bei Taxi Ramczykowski war es "ein ganz normaler Tag".

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