Hanau-Attentäter bestellte Tatwaffe in Online-Shop

Elf Tote in Hanau

Neue Details zur Tatwaffe im Fall Hanau: Der mutmaßliche Täter bestellte diese und weitere Pistolen legal im Internet. Es gibt Parallelen zum Anschlag im Münchner Olympia-Einkaufszentrum.

Hanau

20.02.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Pistole Glock 17, die David S. beim Amoklauf in München benutzte. Tobias R. verwendete eine Waffe gleichen Typs.

Die Pistole Glock 17, die David S. beim Amoklauf in München benutzte. Tobias R. verwendete eine Waffe gleichen Typs. © picture alliance/dpa

Der mutmaßliche Terrorschütze von Hanau, Tobias R., hat die Tatwaffe 2014 in einem Internet-Shop gekauft. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Donnerstag aus Sicherheitskreisen.

Es handelt sich um eine Pistole Glock 17, 9 Millimeter Luger. Das ist derselbe Waffentyp, der 2016 bei dem rechtsextremistisch motivierten Anschlag im Münchner Olympia-Einkaufszentrum verwendet worden ist.

Tobias R. soll den Angaben zufolge noch zwei weitere Waffen besessen haben. Dabei handelt es sich um eine Pistole vom Typ SIG Sauer, 9 Millimeter, sowie eine weitere Pistole des Typs Walther, ebenfalls 9 Millimeter. Die SIG Sauer-Pistole hat der Tatverdächtige 2014 zusammen mit der Tatwaffe legal im selben Online-Shop erworben.

Waffenbesitzkarte seit 2013

Tobias R. verfügte seit Sommer 2013 über eine Waffenbesitzkarte. Die Kreisverwaltung des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen hatte zuletzt vor einem Jahr die charakterliche Eignung des mutmaßlichen Terrorschützen von Hanau zum Führen von Waffen überprüft.

Lesen Sie jetzt

Nach den Gewalttaten mit vielen Toten in Hanau sind ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden worden. Offenbar gibt es einen rassistischen Hintergrund. Der Generalbundesanwalt ermittelt.