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Superdroge Freundschaft

Heek Mitten in Heek stecken sie die Köpfe zusammen: Konzentrierte Diskussion, immer wieder Notizen und schließlich zufriedene Gesichter. Geschafft: Die 14-Jährigen haben eine Super-Droge entwickelt - ganz legal unter den Augen der Sozialarbeiter des Jugendhauses ZaK.

20.02.2008

Superdroge Freundschaft

<p>Manöverkritik nach einem gemeinsamen Projekttag im ZaK: Die Schüler verteilen Punkte für die einzelnen Programmpunkte. Bei den meisten kamen Informationen, Gespräche und Spiele gut an. MLZ Fotos (2) Lüttich-Gür</p>

Mindestens sechs Stunden gute Laune, unwiderstehliche Anziehungskraft auf das andere Geschlecht und jede Menge Spaß - alles ohne gefährliche Nebenwirkungen und möglichst kostengünstig versteht sich: "Magic fly" heißt das Wunderzeug aus der Ideen-Küche der Jugendlichen der Kreuz-Hauptschule. Wo es das gibt? Daniela Thoring, Leiterin des ZaK, schmunzelt: Das hätten sich die Achtklässler während des ganztägigen Drogenpräventionsprojekts des Jugendwerks und der Hauptschule ebenfalls gefragt - und seien auf verblüffende Antworten gestoßen: "Wer mit seinen Freunden zusammen einen Freizeitpark besucht, hat auch sechs Stunden gute Laune - mindestens", so ein Junge. Wer witzig und schlagfertig sei, komme beim anderen Geschlecht gut an, und jede Menge Spaß garantiere auch ein Fußballspiel oder ein Treffen mit den besten Freundinnen. Kurzum: "Magic fly" brauche eigentlich niemand - oder besitze eigentlich schon jeder, so die Schlussfolgerung der selbst ernannten Drogen-Designer.

Auch wenn die Mädchen und Jungen der Klasse 8a seit Dienstagnachmittag davon überzeugt sind, dass sie gar keine Drogen benötigen, um gut drauf zu sein: Viele andere Jugendliche sehen das anders. "Wie verhaltet ihr euch, um dem Gruppenzwang, zum Beispiel auf einer Fete auch mit zu trinken, zu entgehen?", will Carsten Rakers, seit einem Jahr hauptamtlicher Mitarbeiter des Jugendhauses, wissen. Bestärkt durch die vorangegangenen Programmpunkte des Drogen-Präventionsprojektes - Informationen über zerstörende Wirkung von Drogen, über die Vielzahl von Süchten im Alltag und über die unerfüllt bleibenden Wünsche der Konsumenten - fallen den Schülern gleich eine ganze Reihe von Antworten ein: von "ich gehe einfach weg" über "ich nutze die Gelegenheit, mein Selbstbewusstsein zu zeigen" bis "ich tue so, als ob ich mit jemandem telefoniere". sy-

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