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Helmut Schulz: "Wir wollen den ersten Platz so lange wie möglich verteidigen"

SCHWERIN Als Tabellenführer startet der Fußball-Bezirkligist Spvg Schwerin am kommenden Wochenende (2. März) in den zweiten Teil der Saison. Im Gespräch mit Jörg Laumann zieht Trainer Helmut Schulz eine Bilanz der Vorbereitung in der Winterpause und nennt fünf Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg.

von Von Jörg Laumann

, 26.02.2008

Herr Schulz, wie sind Sie mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden?Schulz: Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden. Wir hatten eine sehr gute Trainingsbeteiligung. Im Schnitt waren immer 85 bis 90 Prozent des Kaders bei den Einheiten beteiligt. Was wir in Zukunft wohl nicht wiederholen werden, ist der sehr frühe Beginn der Vorbereitung.

Unser erstes Training fand ja bereits am 8. Januar statt, das war schon ein sehr langer Zeitraum bis zum ersten Punktspiel. Man muss auch aufpassen, dass man die Spieler nicht übertrainiert. Deshalb habe ich zuletzt auch die eine oder andere Trainingseinheit gestrichen.

Was hat Ihnen in der Vorbereitung besonders gefallen, was weniger?Schulz: Wirklich unzufrieden war ich nur mit der zweiten Halbzeit im Testspiel gegen den TuS Stockum, das wir 2:3 verloren haben. Darin hat meine Mannschaft überheblich agiert und überhaupt nicht das umgesetzt, was ich mir vorgestellt hatte. Auf der anderen Seite gab es aber auch viele gute Leistungen gegen höherklassige Mannschaften wie zum Beispiel das 4:4 gegen Davaria Davensberg oder auch das 0:4 gegen Wattenscheid 09.

In Daniel Wiencek ist nur ein neuer Spieler nach Schwerin gekommen, der zudem kein Unbekannter bei der Spvg ist. Ist es für Sie ein Vorteil, dass Sie keine neuen Akteure integrieren mussten?Schulz: Eigentlich befindet sich unser Kader ja immer noch in der Phase des Zusammenwachsens. Vor der Saison musste ich ein komplett neues Team aus den wenigen verbliebenen Spielern der Vorsaison, Akteuren der zweiten Mannschaft, A-Junioren und Neuzugängen formen. Insofern wäre es wohl eine schwierige Aufgabe geworden, jetzt noch einmal mehrere Neuzugänge einzubauen.

Möglicherweise wird in naher Zukunft aber ein weiterer erfahrener Spieler unseren Kader verstärken: Ender Baspinar vom SV Yeni Genclik hat sich uns angeschlossen, laboriert derzeit aber noch an den Folgen einer Verletzung.

"Sicher wird es im Umfeld den einen oder anderen geben, der mich nicht versteht"

Sie gelten als Verfechter alternativer Trainingsmethoden, legen auch viel Wert auf den psychologischen Bereich. Fühlen Sie sich damit im Verein akzeptiert?Schulz: Die Sportpsychologie ist mittlerweile absoluter Standard in der Trainingslehre, nicht zuletzt auch bei der DFB-Ausbildung. Insofern führe ich nichts Exotisches ein, sondern lege Wert auf gehaltvolles und sinnvolles Training. Von der Mannschaft wird das akzeptiert, die Spieler ziehen bei allen Maßnahmen gut mit.

Sicher wird es im Umfeld den einen oder anderen geben, der mich und meine Arbeit nicht versteht. Das hat aber nichts speziell mit Schwerin zu tun, sondern ist mir auch bei meinen vorherigen Vereinen so gegangen.

Sie stehen zu Beginn des Spieljahres 2008 auf Platz eins. Haben Sie Bedenken, dass der Aufstieg von einigen jetzt als Selbstläufer betrachtet wird?Schulz: Diese Bedenken habe ich durchaus. Dabei hat das Erreichen des ersten Platzes unsere eigenen Erwartungen absolut übertroffen. Wenn man die bereits beschriebenen Umstände mit dem Neuanfang zu Saisonbeginn in Betracht zieht, war es eher realistisch, Platz sieben oder acht anzupeilen.

Nun ist es eben viel besser gelaufen, aber das heißt noch lange nicht, dass wir durch sind. Es stehen noch 13 Spiele aus und jeder unserer Gegner wird das Ziel haben, den Tabellenführer zu besiegen. Wir wollen in jedem Fall guten Fußball bieten und unseren ersten Platz so lange wie möglich verteidigen. Was im Endeffekt dabei herauskommt, werden wir sehen.

 "Langendreer wird uns sicherlich nichts schenken"

Ihr unmittelbarer Verfolger ist der SV Wacker Obercastrop. Haben Sie diesen Verein als Lokalrivalen besonders im Blick?Schulz: Für mich als Trainer spielt das keine besondere Rolle. Ich gehe davon aus, dass mindestens sechs Mannschaften noch gute Chancen auf den Aufstieg haben. Dazu zähle ich neben uns natürlich Wacker Obercastrop, aber auch Dorstfeld, Brünninghausen, Marten und nicht zuletzt TSK Herne, das zuletzt eine beeindruckende Siegesserie hingelegt hat.

Am kommenden Sonntag empfängt Schwerin den BV Langendreer 07, der als Tabellenletzter nur noch rechnerische Chancen auf den Klassenerhalt besitzt. Ist die Aufgabe deshalb besonders schwer?Schulz: Ich sehe das Spiel durchaus als eine schwere Aufgabe an. Langendreer kann bei uns befreit aufspielen und wird uns sicherlich nichts schenken. Es kann durchaus schnell passieren, dass man gegen einen solchen Gegner ein unglückliches Tor kassiert und in Rückstand gerät. Damit muss man dann erst einmal zurechtkommen.

Zur Person: Helmut Schulz ist Juli 2007 Trainer der Spvg Schwerin und hat das Team in der Bezirksliga auf den ersten Platz geführt. Der 55-jährige Betriebswirt, der mit seiner Familie in Selm lebt, war zuvor unter anderem als Trainer für den DFB-Stützpunkt Dülmen/Lüdinghausen, Westfalia Vinnum, GW Selm und Union Lüdinghausen tätig. Als Juniorenspieler lief Schulz für Borussia Dortmund auf.

 

 

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