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Ein tödlicher "Spaß"

ASCHEBERG Wie kann man einem Kind die Risiken von Drogen vor Augen führen, ohne dabei Gefahr zu laufen, auch seine Neugierde zu wecken? „Es gibt kein Patentrezept“, weiß Dr. Gerd Pohl. Auf Einladung der Offenen Jugendarbeit Ascheberg (OJA) referierte er zum Thema „Deo mal anders - das Phänomen Schnüffeln“.

von Von Nicole Kleinweiland

, 08.02.2008
Ein tödlicher "Spaß"

OJA warnt vor Schnüffelstoffen.

Gerd Pohl, der Mitarbeiter der Fachstelle für Suchtprävention des Caritasverbandes für den Kreis Coesfeld, und seine Kollegin Petra Nachbar sehen mit der Vorsitzende der OJA, Nina Appelhoff akuten Aufklärungsbedarf  - vor dem Hintergrund, dass das Phänomen des Schnüffelns auch von Jugendlichen in der Gemeinde Ascheberg bekannt sei. „Viele wissen einfach nicht, dass dieser Spaß tödlich enden kann“, betonte sie.

Höchste Rate an Organschädigungen

Im Gegensatz zu anderen Drogen handelt es sich bei Schnüffelstoffen um eine Suchtstoffgruppe, die die höchste Rate an Organschädigungen und bereits unter Erstkonsumenten eine erhebliche Zahl von Todesfällen aufweist. Unter Schnüffelstoffen versteht man legal erhältliche Substanzen, die beim Inhalieren eine halluzinogene Wirkung entfalten.

Insbesondere werden haushaltsübliche Stoffe, die Lösungsmittel enthalten und eine ähnliche Rauschwirkung wie illegale Drogen entfalten, als Schnüffelstoffe bezeichnet. Das können Deosprays, Klebstoffe oder Nagellackentferner sein. Aber: „Nicht jeder Jugendliche, der Deo kauft, will auch daran schnüffeln“, unterstrich Dr. Gerd Pohl.

Verbote schützen vor Missbrauch nicht

Üblicherweise seien solche Stoffe in normalen Haushalten vorhanden. „Die Gefahr ist groß. Die Verfügbarkeit ist noch größer“, warnte er: „Aber Verbote schützen nicht vor Missbrauch“. Eine differenzierte, situative Aufklärung sei wichtig.

Die Referenten betonten, der beste Schutz vor Drogenmissbrauch liege darin, das Selbstvertrauen eines Kindes zu stärken, damit es die Fähigkeit entwickele, sich abgrenzen zu können und Gruppendruck standzuhalten. Wer Rat oder Hilfe benötige könne sich an Beratungsstellen, Jugendämter oder auch direkt an die Fachstelle für Suchtprävention des Caritasverbandes werden.

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