Herrlich fiese Umweltfrevler

OBERHAUSEN Die Totenkopfuhr schlägt. Keine Zeit zu verlieren für Beelzebub Irrwitzer und seine Tante Tyrannia Vamperl. Es ist Silvester - und bis Mitternacht müssen noch einige böse Taten her, sonst geht es ihnen selbst an den Kragen. Das Theater Oberhausen zeigt im kleinen Malersaal Michael Endes "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch", Premiere war kurz vor Silvester.

von Von Klaus Stübler

, 02.01.2008, 15:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Herrlich fiese Umweltfrevler

Die Wunschpunschbrauer: Jan Kämmerer (Beelzebub Irrwitzer) und Claudia Fritzsche (Tyrannia Vamperl).

Regisseurin Heike Scharpff schlägt vom ersten Moment an die Zuschauer in ihren Bann, lässt sie mit rhythmischen Zaubersprüchen und überraschenden Zaubertricks eintauchen in die magische Welt des fiesen Umweltvernichters in seiner giftgrünen Küche (Bühne: Pia Maria Mackert). Phantasievoll dazu die Kostüme von Yvette Schuster. Endes vor 17 Jahren erstmals in Theaterfassung vorgestelltes Kinderbuch ist in leicht modernisierter Fassung zu erleben. So hält Beelzebub Kontakt zum "höllischen Zentralserver" und "googelt das mal", als er mit dem Rezept für den Wunschpunsch nicht weiter kommt.

Der Zauberer und die Springmaus

Die Schauspieler sind eine Klasse für sich: Jan Kämmerer als großer, schlanker Zauberer, Claudia Fritzsche als seine kleine, pummelige (ausgestopfte) Tante. Er ein drahtiger Typ, sie eine wollüstige Springmaus. Mit jeweils arttypischen Bewegungen warten die vom Hohen Rat der Tiere eingesetzten Geheimagenten auf: Neven Nöthig ist ein behäbig-fauler Kater Maurizio di Mauro, Susanne Burkhard der schlaue Rabe Jakob Krakel.

Für Kinder ab sechs Jahren geeignet

Endes "Wunschpunsch"-Geschichte um Klimawandel, Seuchen und Naturkatastrophen kommt in Oberhausen flott daher und vermag Kinder ab sechs Jahren anzusprechen. Schon jetzt ausgebuchte Vorstellungen im Januar und Februar lassen vermuten, dass diese Inszenierung zum Renner wird.

Karten: Tel. 0208 / 85 78-184.