Hoffen auf Hilfe für Bahn-Reaktivierung von Bocholt nach Münster

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Gibt es neue Chancen für die Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecke von Bocholt nach Münster? Die Bocholter Stadtpartei setzt auf die Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums.

von Jochen Krühler

Bocholt

, 21.11.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Bocholter Stadtpartei hofft auf Hilfe des Bundesverkehrsministeriums bei der Reaktivierung der ehemaligen Bahnstrecke von Bocholt in Richtung Münster. Sie verweist auf ein Schreiben des Ministeriums, wonach die Behörde grundsätzlich Ausnahmen vom Eisenbahnkreuzungsgesetz zulassen darf. Das könnte bedeuten, dass auf der früheren Bahnstrecke die ehemaligen Kreuzungen nicht aufwendig mit Überführungen umgebaut werden müssten.

Strecke wurde 1974 stillgelegt

Genau das hatte im Januar eine Machbarkeitsstudie festgestellt, die vom zuständigen Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe (NWL) in Auftrag gegeben worden war.

Der Gutachter kommt darin zu dem Schluss, dass eine Wiederbelebung der seit 1974 im Personenverkehr stillgelegten Strecke zu teuer wäre, wenn dafür neue Überführungen gebaut werden müssten. Das wiederum legt das Eisenbahnkreuzungsgesetz nahe: Demnach müssen neue Kreuzungen von Bahn und Straße als Überführungen gebaut werden. Und als „neu“ gilt eine Kreuzung laut Gesetz dann, „wenn einer der beiden Verkehrswege oder beide Verkehrswege neu angelegt werden“. In Bocholt sind an vielen früheren Kreuzungen die alten Gleise aus den Straßen entfernt worden.

Ausnahmen in Einzelfällen zulässig

Allerdings lässt das Eisenbahnkreuzungsgesetz auch ausdrücklich Ausnahmen „in Einzelfällen“ zu. Nämlich dann, wenn mit „schwachem Verkehr“ zu rechnen ist. Auf diese Ausnahmeregelung beruft sich nun die Stadtpartei. Demnach gebe es ein Schreiben aus dem Hause von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), das besage, das Ministerium könne durchaus als Anordnungsbehörde Ausnahmen vom „grundsätzlichen Verbot neuer Bahnübergänge“ (also vom Bau von Überführungen) zulassen.

Die Stadtpartei wertet diese Aussage als Bestätigung, dass „die Strecke ohne teure Brückenbauwerke wiederaufgebaut werden kann“, heißt es nun in einem Antrag der Partei für die Stadtratssitzung. Sie bittet um Auskunft, welche Gespräche die Stadt bereits in dieser Angelegenheit geführt hat – und mit wem. Der Rat hatte im Februar beschlossen, dass die Stadt Gespräche über die Reaktivierung der Bahnstrecke aufnimmt.

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