Impfstart in der Uniklinik - nicht nur für Corona-Ärzte, sondern auch für Hebammen

Corona-Impfung

Tausende Impfdosen wurden an Kliniken verteilt. Zunächst ist besonders gefährdetes Personal dran. Die Düsseldorfer Uniklinik zieht eine erste Bilanz - und zeigt sich hoffnungsvoll.

18.01.2021, 19:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die ersten Krankenhausmitarbeiter wurden geimpft.

Die ersten Krankenhausmitarbeiter wurden geimpft. © picture alliance/dpa/BELGA

Am Anfang war Applaus: Man solle abends am offenen Fenster für die Ärzte und Pfleger klatschen, die sich um die Corona-Patienten kümmern, hieß es zu Beginn der Pandemie im vergangenen Frühjahr. Jetzt bekommen alle, die an vorderster Front gegen die Folgen des Virus kämpfen, neben Wertschätzung auch den entscheidenden Piks: Nach der Versorgung der Pflegeeinrichtungen hat am Montag die zweite Impfstufe in NRW begonnen - für besonders exponiertes Personal in Krankenhäusern.

An der Düsseldorfer Uni-Klinik sind das auch Hebammen. Der Grund ist so überraschend wie einleuchtend: Im Kreißsaal wird schließlich „gehechelt“ - was den Ausstoß von Aerosolen in die Höhe treibt. So gehört auch Carsten Hagenbeck, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, zu den ersten 320 Mitarbeitern, die am Montag in der Uni-Klinik geimpft werden.

Impfbereitschaft ist hoch

„Ein kleiner Piks für mich, ein großer für die Menschheit“, scherzt der Oberarzt. „In vier Wochen ist dann die zweite Impfung“, informiert ihn Kollegin Christina Odenthal, nachdem sie die Spritze in den Oberarm gesetzt hat. Odenthal sitzt in einer von vier Kabinen, die Teil einer zügig aufgebauten Impfstraße sind. Sie pikst heute zwar etliche Mitarbeiter - ist selbst aber noch nicht dran: „Keine Priorität.“ Die liegt bei besonders gefährdeten Mitarbeitern, wie denen des neu gebauten Covid-19-Trakts direkt auf der anderen Straßenseite.

Die Impfbereitschaft innerhalb der Belegschaft sei hoch, sagt ein Sprecher der Uni-Klinik. So hätten sich binnen weniger Tage bereits 4800 Mitarbeiter im Online-System für eine Impfung angemeldet. Insgesamt arbeiten 8000 Menschen hier, viele davon aber zum Beispiel in der Verwaltung. Sie werden sich - wie jeder - gedulden müssen. Geduld brauchen die Impfkandidaten am ersten Tag nicht: Es läuft wie am Schnürchen.

Keine Warteschlangen

Durch die Online-Anmeldung hat jeder eine feste Zeit bekommen. Es gibt keine langen Schlangen. Anmeldung, Impfung, kurze Erholung - fertig. Der Ausgang der Impfstraße führt zum Eingang der Kantine, die noch Essen zum Mitnehmen anbietet. Am Mittag reiht sich mancher hier gleich noch mal ein. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte am Morgen gesagt, dass die jetzt startenden Corona-Impfungen in den Krankenhäusern landesweit etwa 100.000 Menschen beträfen. In Düsseldorf sind am frühen Samstagmorgen Ampullen mit Moderna-Impfstoff für zunächst 1200 Mitarbeiter der Uni-Klinik angekommen.

Impfung ist auch für Schwangere geeignet

Alles wird verbraucht. Die Lieferung der Dosen für den zweiten Piks in einem Monat ist vom Ministerium fest zugesagt. Das Moderna-Vakzin sei ebenso effizient wie der kurz zuvor zugelassene Biontech-Impfstoff, erläutert Infektiologe Björn-Erik Ole Jensen. Sein Kollege Carsten Hagenbeck - der gerade geimpfte Gynäkologe - hat noch eine weitere Nachricht: Die Impfungen seien inzwischen auch für Schwangere, Stillende und Frauen mit Kinderwunsch für unbedenklich erklärt worden. Ein Randaspekt.

Aber er macht Hoffnung. 43 Covid-Patienten werden aktuell an der Uni-Klinik behandelt. Acht davon auf einer Intensivstation. Es waren schon weit mehr. Auch das ist nur eine Momentaufnahme. Aber bei den „Corona-Fightern“, wie das Personal im Covid-19-Trakt heißt, verbreitet sich mit jedem Piks ein bisschen Optimismus.

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