Impftermin-Vergabe: Hotlines und Webseite überlastet – „Verzweifeln Sie nicht!“

Coronavirus

Große Probleme hat es in NRW beim Start der Impftermin-Vergabe für ältere Menschen gegeben. Weder Webseite noch Hotline waren erreichbar. Wer doch durch kam, hatte nicht unbedingt mehr Glück.

von Wiebke Karla

, 25.01.2021, 10:27 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Hotline für die Vergabe der Impftermine war am Montagmorgen teilweise nicht zu erreichen.

Die Hotline für die Vergabe der Impftermine war am Montagmorgen teilweise nicht zu erreichen. © picture alliance/dpa/Archiv

Beim Start der Terminvergabe für Corona-Impfungen von Menschen ab 80 Jahren hat es am Montagmorgen in NRW große Probleme gegeben. Beide Hotline-Telefonnummern sowie die Webseite www.116117.de waren am Montagmorgen zunächst nicht erreichbar - für 8 Uhr war der Start geplant gewesen. Doch der Andrang war zu groß. In NRW leben rund 1,2 Millionen Menschen, die 80 Jahre alt sind oder älter.

„Wir hatten auf unsere Webseite 700 Zugriffe pro Sekunde“ , erklärte Vanessa Pudlo, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Auch die telefonischen Leitungen seien vollkommen überlastet gewesen. Pudlo appelliert an die Bürger: „Bleiben Sie geduldig und verzweifeln Sie nicht!“ Es sei nicht wahr, dass alle Termine vergeben seien. „Dieses Gerücht machte bereits die Runde.“

Möglicherweise, weil auch Anrufer keine Termine bekamen, die das Glück hatten, doch jemanden am anderen Ende der Hotline zu erwischen. So wie eine Frau aus Holzwickede beim Versuch, für ihre 82-jährige Mutter telefonisch einen Termin zu vereinbaren,. Sie erhielt die Auskunft, dass es im Moment nicht möglich sei, in Westfalen einen Termin zu vereinbaren. Durch ein IT-Problem gehe der Computer davon aus, dass alle Impftermine für Westfalen-Lippe vergeben seien. Das stimme zwar nicht, man könne aber im Moment keine Termine machen, so die Auskunft der Hotline.

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Doch: „Täglich kommen neue Termine für die Impfzentren dazu.“, erklärte Vanessa Pudlo. Wer also heute oder morgen keinen Termin bekomme, könnte es am nächsten Tag erneut versuchen. „Das ist ein rollierendes System“. Und sollte noch mehr Impfstoff zur Verfügung stehen, kämen weitere Termine dazu. Bereits am Morgen hatte Um eine Überlastung zu verhindern appellierte die KV: „Alle, die die Möglichkeit haben, einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen, sollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.“

Privatversicherter im Rheinland konnte online keinen Termin vereinbaren

Auch wer die Webseite www.116117.de aufrief, konnte ebenfalls nicht immer eine Anmeldung vornehmen. Probleme gab es da offenbar zumeist im Rheinland. „Es ist mir schließlich gelungen, das Formular per Internet aufzurufen. Die Anmeldung scheiterte dann daran, dass in einem Pflichtfeld nach der Nummer meiner gesetzlichen Krankenkasse gefragt wurde. Offenbar hat man nicht bedacht, dass es neben gesetzlich Versicherten privat Krankenversicherte gibt“, berichtet Leser Falk von Maltzahn. Die Nummer der privaten Krankenkasse sei zurückgewiesen worden, seine Anmeldung habe er nicht abschicken können. Auch danach habe er Probleme gehabt, etwa mit der E-Mail-Adresse, die nicht anerkannt wurde.

Eine andere Familie aus Dortmund erhielt eine Fehlermeldung in absolutem Kauderwelsch, als sie versuchte, fälschlicherweise für den Schwiegervater bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein statt in Westfalen-Lippe einen Termin zu vereinbaren: „Achtung: Die von ihnen gehört Adresse ist nicht der Region Nordrheinschauen. Bitte nutzen Sie Sie für eine Terminvereinbarung sterben für ihre Wohnort berechte Webseite oder wenden sich für ihre Wohnort zuständige Stelle“.

Das Kauderwelsch der Fehlermeldung amüsierte die Familie aus Dortmund, die versuchte, für einen älteren Herrn im Rheinland einen Termin zu vereinbaren.

Das Kauderwelsch der Fehlermeldung amüsierte die Familie aus Dortmund, die versuchte, für einen älteren Herrn im Rheinland einen Termin zu vereinbaren. © Schneider

Pro Woche sollen in den 53 Impfzentren ab dem 8. Februar etwa 70.000 Menschen Erstimpfungen erhalten. Das NRW-Gesundheitsministerium rechnet in den ersten acht Wochen mit insgesamt 560.000 Erstimpfungen. Drei Wochen nach dem Start begännen dann weitere 560.000 Zweitimpfungen, sagte am Montag ein Ministeriumssprecher der dpa. In allen Fällen werde der Biontech-Impfstoff eingesetzt. „Wann weitere Impfstoffe hinzukommen, kann derzeit noch nicht gesagt werden.“ Bei der am Montag gestarteten Terminvergabe werden nach Angaben des Sprechers Termine zur Erstimpfung für den gesamten am 8. Februar beginnenden Acht-Wochen-Zeitraum vergeben.

Ab sofort können Menschen ab 80 Jahren, die zu Hause leben, einen Termin für die Impfung in einem Impfzentrum vereinbaren. Der Start für die Impfzentren wurde wegen Lieferengpässen bei den Impfstoffen auf den 8. Februar verschoben. Zunächst soll auch nur am Nachmittag geimpft werden.

Beide Termine sollten gleichzeitig vereinbart werden und am besten online

Das Gesundheitsministerium hat empfohlen, die beiden Termine für die Erst- und Zweitimpfung im Internet unter der Adresse www.116117.de zu vereinbaren. Wer mit dem Internet Probleme hat, könne, so NRW-Gesundheitsminister Laumann, auch Enkel, Nachbarn oder Freunde um Hilfe bitten.

Außerdem gibt es die Telefon-Hotline, die von 8 Uhr bis 22 Uhr besetzt sein soll. Wer im Rheinland lebt, für den gilt die kostenfreie Rufnummer 0800/116 117 01, Menschen in Westfalen wählen die kostenfreie Rufnummer 0800/116 117 02.