In Marl beginnt die Sanierung des denkmalgeschützten Rathauses

Baumaßnahme

Seit zwölf Jahren ist die aufwändige Runderneuerung in Marl ein Thema, seit fünf Jahren beschlossene Sache. Jetzt beginnt eine Sanierung, die alle bisherigen städtischen Bauprojekte in den Schatten stellt.

Marl

von Martina Möller

, 29.10.2020, 15:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Türme des Marler Rathauses werden zuerst saniert.

Die Türme des Marler Rathauses werden zuerst saniert. © Martina Möller

70,3 Millionen Euro lässt sich die Stadt Marl die Sanierung ihres denkmalgeschützten Rathauses kosten. Die Bauarbeiten beginnen mitten in der Corona-Pandemie. Für Marls Bürgermeister Werner Arndt ist der Baubeginn ein „ermutigendes Zeichen“ in Zeiten, das den Menschen zeige: „Es geht weiter.“ Er spricht auch von schweren, steinigen Weg zur Sanierung.

Bereits 2015 hatte der Rat den Grundsatzbeschluss gefasst, das Rathaus zu sanieren. Kritiker forderten vehement den Abriss des gigantischen Betonbaus, der in den 1960er- und 1970er-Jahren auf der „grünen Wiese“ in der neuen Marler Mitte entstand. Eine Bürgerinitiative versuchte die Sanierung zu verhindern und zog vor Gericht, als das Bürgerbegehren „Rathaussanierung stoppen!“ scheiterte. Sie verlor den Prozess.

Sanierung wurde immer wieder aufgeschoben

Dass das Gebäude aus Stahl und Beton riesigen Renovierungsbedarf hat, ist seit mehr als einem Jahrzehnt ein Thema. Doch in Zeiten knapper Kommunalfinanzen wurde die nötige Sanierung immer wieder aufgeschoben. Jetzt bröckelt der Beton. Fassadenteile sind schon von den Türmen gefallen. Schon vor Jahren wurde ein Bauzaun gezogen, um zu verhindern, dass Menschen in Gefahr geraten, von fallenden Teilen getroffen zu werden.

Wiedereinzug in vier Jahren

Die städtischen Ämter sind auf Ausweichquartiere in der Stadt verteilt. Im Jahr 2024 sollen sie wieder in das dann sanierte Marler Rathaus einziehen können. Die Rathaussanierung ist Teil eines Entwicklungskonzepts für die Erneuerung der Marler Stadtmitte, zu der auch der von der Fakt AG realisierte Umbau des Marler Sterns gehört, in dem das neue Outletcenter mit neuen Shops (zuletzt kam Puma) wieder Kunden aus der Region anlockt. Insgesamt werden aus öffentlicher und privater Hand rund 150 Millionen Euro in die Erneuerung des Marler Stadtkerns gesteckt.

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