In Ramsdorf: Verdacht gegen Ex-Kaplan

hzMissbrauchsvorwürfe

Auch in der Gemeinde St. Walburga in Ramsdorf soll in der Vergangenheit ein Geistlicher tätig gewesen sein, gegen den sich Missbrauchsvorwürfe richten.

von Lars Johann-Krone

Velen

, 18.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Auch unsere Pfarrei bleibt leider von diesem Thema nicht verschont“, schreibt Pfarrer Martin Limberg auf der Homepage der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul. Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster habe die Pfarrei am 10. und 12. März unterrichtet, dass ein in der Pfarrei tätig gewesene Priester beim Bistum als Missbrauchstäter bekannt sei.

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Bei dem Priester handelt es sich, wie Recherchen der Borkener Zeitung ergeben haben, um Franz Gediga, der zwischen 1962 und 1964 Kaplan der Gemeinde St. Walburga war. Der Priester ist am 17. November 2008 verstorben.

Berichte seien glaubhaft

Es lägen dem Bistum Missbrauchshinweise vor, und den Berichten der Betroffenen sei zu glauben, teilte Limberg am Sonntag im Gottesdienst mit. Zu den Tatorten und der Anzahl der Betroffenen, die sich bisher gemeldet hätten, könne das Bistum aus rechtlichen Gründen und Aspekten des Persönlichkeitsrechtes keine Angaben machen, verkündete Limberg stellvertretend für das Bistum Münster.

„Es war natürlich schwer, den Menschen in diesen Zeiten des Coronavirus auch diese Nachricht zu überbringen. Aber ich finde es gut, dass das Bistum offen damit umgeht“, sagte Pfarrer Martin Limberg auf Anfrage der Borkener Zeitung.

Schon direkt nach dem Gottesdienst am Sonntag sei er mit Menschen in Ramsdorf ins Gespräch gekommen, die den Priester kannten, berichtete Limberg. „Es herrschte Betroffenheit und Sprachlosigkeit“, so Limberg.

Gesprächsangebote

Die Pfarrgemeinde bietet möglichen Betroffenen eines Missbrauchs die Möglichkeit des Gesprächs an. „Ich ermutige die Menschen in der Gemeinde, das Gespräch zu suchen“, sagte Limberg weiter.

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