IS-Terrorzelle in NRW zerschlagen - Islamisten planten Mordanschlag

Islamischer Staat

Bei Razzien in NRW haben Spezialkräfte vier terrorverdächtige Islamisten festgenommen. Sie sollen gemeinsam mit einem fünften Mann Anschläge in Deutschland geplant haben.

NRW

15.04.2020, 09:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Spezialkräfte haben in NRW vier mutmaßliche Attentäter festgenommen.

Spezialkräfte haben in NRW vier mutmaßliche Attentäter festgenommen. © picture alliance/dpa

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwochmorgen vier terrorverdächtige Islamisten aus Tadschikistan festnehmen lassen. Zwei der Beschuldigten wurden in Siegen festgenommen, einer im Kreis Heinsberg und einer im sauerländischen Werdohl (Märkischer Kreis).

Zunächst hatte die Bundesanwaltschaft auch von Festnahmen in Essen und Neuss gesprochen, diese Angaben wurden korrigiert. Außerdem gab es Durchsuchungen in weiteren Objekten in Nordrhein-Westfalen.

Mordanschlag geplant

Wie die Generalbundesanwaltschaft am Morgen mitteilte, sollen die Verdächtigen gemeinsam mit einem bereits inhaftierten anderen Mann Anschläge auf Einrichtungen von US-amerikanischen Streitkräften in Deutschland oder auch Einzelpersonen geplant haben.

„Insbesondere planten sie einen Mordanschlag auf eine Person, die sich aus Sicht der Beschuldigten islamkritisch in der Öffentlichkeit geäußert hatte“, heißt es in einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Das Mordopfer sei bereits ausgespäht worden. Ausgekundschaftet wurden zudem US-amerikanische Luftwaffenstützpunkte in Deutschland, so die Bundesanwaltschaft.

Die Anschläge hatten offenbar noch nicht unmittelbar bevorgestanden, die Männer hätten aber schon scharfe Schusswaffen gehabt. Einer von ihnen habe außerdem bereits Anleitungen für den Bombenbau besorgt.

Anschlagspläne gerieten ins Stocken

Ihre Anweisungen sollen die Männer im Alter zwischen 24 und 32 Jahren direkt von zwei hochrangigen IS-Führungsmitgliedern in Syrien und Afghanistan bekommen haben, wie weiter mitgeteilt wurde.

Der fünfte Mann sitzt bereits seit März 2019 zunächst wegen anderer Vorwürfe in U-Haft. Wegen des Terrorverdachts hatte dann die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen ihn übernommen. Nach seiner Festnahme seien n die Anschlagspläne der Zelle ins Stocken geraten.

Mord in Albanien kurzfristig gescheitert

Die Männer sollen sich im Januar 2019 dem IS angeschlossen haben. Ursprünglich sollen sie geplant haben, nach Tadschikistan in den Heiligen Krieg zu ziehen. Dann hätten sie ihre Pläne geändert.

Um ihre Anschläge zu finanzieren und den IS in Syrien zu unterstützen, soll die Zelle Geld in Deutschland gesammelt haben. Der bereits in U-Haft sitzende Mann soll sich für 40.000 US-Dollar sogar zu einem Auftragsmord in Albanien bereiterklärt haben. Dafür sei er mit einem zweiten Mann aus der Gruppe bereits nach Albanien gereist gewesen. Die Ausführung sei allerdings kurzfristig gescheitert.

Mit den weiteren Ermittlungen hat der Generalbundesanwalt das Polizeipräsidium Düsseldorf und das Bundeskriminalamt beauftragt. Alle fünf Männer im Alter zwischen 24 und 32 Jahren sollten im Laufe des Tages in Karlsruhe einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) vorgeführt werden.

kar/dpa

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