Jeder vierte Corona-Infizierte in den Niederlanden arbeitet im Gesundheitswesen - 58 Tote

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Bisher sind in den Niederlanden 58 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. 408 Menschen liegen im Nachbarland mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus.

Winterswijk (NL)

, 18.03.2020, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den letzten 24 Stunden sind 15 Menschen an der neuen Krankheit gestorben. Die Toten sind zwischen 63 und 95 Jahre alt.

Ein Schwerpunkt der Corona-Infektionen liegt in der Region Brabant. Die niederländische Vereinigung für Intensivmedizin (NVIC) fordert daher alle Krankenhäuser nachdrücklich auf, Patienten aus Krankenhäusern in Brabant aufzunehmen, schreibt die Tageszeitung Algemeen Dagblatt.

346 Personen in 24 Stunden neu positiv getestet

Um 14 Uhr am Mittwoch (18.03.2020 hat das niederländische Ministerium für öffentliche Gesundheit (RIVM) neue Zahlen veröffentlicht. Demnach sind in den Niederlanden aktuell 2051 Menschen infiziert. Allein 346 Personen wurden seit Dienstag neu positiv getestet.

Die meisten der positiv getesteten Menschen leben in der Provinz Nord-Brabant, nämlich 759 Menschen. Auf Noord-Brabant folgen Limburg (265) und Zuid-Holland (241). Wie das Gesundheitsministerium auf seiner Homepage weiter mitteilt, sind unter den infizierten Personen allein 485 Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten.

Sicherheitskräfte vor Drogerie

Überall werden Maßnahmen getroffen, um die Verbreitung der Krankheit zu reduzieren. Auf dem Winterswijker Markt beispielsweise wurden die Stände weiter auseinander gestellt. Bei Europas größtem Campingausrüster Obelink wurde der Parkplatz gesperrt. Nur noch bis zu 100 Personen wurden seit Dienstag und bis Mittwochmittag jeweils in den Laden gelassen. Jetzt ist der Laden bis zum 6. April komplett geschlossen.

In Enschede steht Sicherheitspersonal vor der Filiale der Drogeriekette „Die Grenze“. Trotz des Aufrufs, Medikamente nicht zu horten, ist der Andrang riesig. Filialleiter Bert Hesselink berichtet von wütenden und aggressiven Kunden. Grund: Das Unternehmen hat die Abgabe von Medikamenten reduziert. Paracetamol beispielsweise gibt es nur noch in einzelnen Packungen.

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Wie die Tageszeitung Tubantia schreibt, befürchtet Hesselink, dass bald kein Paracetamol mehr zur Verfügung stehen wird. Grund: „Die Medikamente kommen aus Indien. Sie haben ein Exportverbot angekündigt, also müssen wir mit dem Bestand auskommen, den wir noch haben.“

Krankenhäuser nennen keine Zahlen mehr

In den Krankenhäusern wurden weitere Coronapatienten aufgenommen. Da sich die Situation jetzt stündlich ändern könne, hätten die Krankenhäuser beschlossen, die genaue Anzahl der Patienten nicht mehr anzugeben.

Die Krankenhäuser haben weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus ergriffen. So sind die Besucherrestaurants geschlossen.

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Darüber hinaus haben alle Freiwilligen die Nachricht erhalten, dass sie vorerst zu Hause bleiben sollen. Besucher in den Krankenhäusern bleiben willkommen, obwohl die Beschränkung auf einen Besucher pro Patient und Tag weiterhin gilt.

Um einen weiteren Mangel an Mundschutzmasken zu vermeiden, erhalten Besucher diese nicht mehr den den Krankenhäusern. Nur Personal, das täglich mit Corona-Patienten im Krankenhaus in Kontakt steht, darf Mundmasken aus den Beständen der Krankenhäusern verwenden.

Flugzeuge bleiben am Boden

Die niederländische Fluggesellschaft KLM hat den Betrieb nahezu eingestellt. 90 Prozent der Flugzeuge bleiben am Boden.
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